Bautagebuch: 3 Monate Bauzeit

Anhaltende ergiebige Niederschläge führten im Dezember dazu, dass der Boden nicht mehr befahrbar war. Daher wurde frischer Schotter zur Befestigung aufgebracht. (Foto: Andreas Herrmann)

Zur Zeit ist es still auf der Burgbaustelle: letzter Arbeitstag vor den Feiertagen war der 21.12.2017; am 8. Januar 2018 werden die Arbeiten fortgesetzt.
Im Laufe des Dezember wurde das Wetter bei sinkenden Temperaturen immer schlechter: neben den Feiertagen und dem Jahreswechsel ein guter Grund für eine Baupause. Somit ist dies auch ein guter Zeitpunkt, um im Sinne des ›Bautagebuches‹ das bisher Erreichte in zwei Abschnitten zusammen zu fassen.

Übersichtskarte zum Stand der Arbeiten: gelb/orange markiert sind aufgemauerte Bereiche. M16 und M17 bilden zusammen den Bereich der Umfassungsmauer, der derzeit mit Spritzbeton gesichert und danach durch eine Bruchsteinmauer verblendet wird.

Bausubstanz aus den 1970er Jahren

Die gelb/orange markierten Bereich gehören zu Mauerzügen, die schon einmal in den 1970er Jahren aufgemauert worden waren. Sie wurden nunmehr erneuert, M13 sogar bis kurz vor die Umfassungsmauer (M16) in ihrem Verlauf neu hoch gemauert, also wieder sichtbar gemacht. Als nächstes werden die noch offen liegenden Fugen bis an die Oberfäche der Steine bündig geschlossen und die Oberseite der Mauern mit einer witterungsbeständigen Mauerkrone versehen. Bis es soweit ist, sind sie durch Folien abgedeckt. Vor der neuen Verfugung werden auch in den nicht markierten Bereichen noch kleinere Reparaturen ausgeführt, alle Fugen abschließend gereinigt und eventuell noch vorhandenes loses Fugenmaterial entfernt.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Umfassungsmauer

Der in der Übersichtskarte dunkelgrün markierte Abschnitt der ›Umfassungsmauer‹ entwickelte sich im Laufe der Untersuchung zu einem kleinen Projekt im Projekt. Die Sicherung dieses Mauerabschnittes ist nicht nur wichtig, um dieses Burgelement zu erhalten, sondern auch als substanzerhaltende Massnahme für angrenzende Bereiche. Denn die Lauffläche im Bereich der M17 (s.o.) liegt heute ca. 3-4 m tiefer als die Lauffläche zwischen den Mauern M13, M14 und M15. Dieser Höhenunterschied ist bedenklich: sollten die derzeit vorhandenen dünnen Reste der M16 nachgeben, droht ein Abrutschen des Füllmaterials zwischen den Mauern in den oberen Bereichen. Es gäbe ›kein Halten mehr‹.

Befund

Links oben verläuft die Außenkante der Umfassungsmauer M16. Davor gesetzt war eine 2,3 m breite Stützmauer M17. (Quelle: Walter Janssen: Stützmauer M17 Aufsicht, Mst. 1 : 20, Blatt 16 v. 12.06.1968. In: LVR-RAB: Ortsakte 0295/002

Das Archivmaterial zur Ausgrabung von 1968 enthält leider keine Fotos, die den Aufbau der Umfassungsmauer zeigen, so dass wir auf die schriftlichen Notizen von Dr. Janssen angewiesen sind: »Im Osten schließt der (…) Bau unmittelbar an die Umfassungsmauer des oberen Burgplateaus, M16, an. Diese Umfassungsmauer war durchschnittlich 1,80 m breit. Ihre Kanten wurden durch sorgfältig aufgemauerte Kalksteinplatten sowie Basaltplatten gebildet. Im Inneren der Mauer wurde wiederum kleineres Steinmaterial, durchweg Basalt, unter Verwendung von viel Mörtel benutzt. Man kann also auch diese Umfassungsmauer im strengen Sinne als eine Schalenmauer auffassen.«
(Quelle: Walter Janssen: Die Tomburg bei Rheinbach, Lkr. Bonn. In: Chateau Gaillard IV, Gent 1968)

Es existiert noch eine Befundskizze, die auf der Hangseite von M16 eine zusätzliche Stützmauer (M17) zeigt. Sie hat immerhin eine Breite von rd. 2,3 m. Janssen hat sie „bis zu 9 Steinlagen hoch freigelegt.“ Heute ist sie nicht mehr im Gelände zu erkennen.

Im heutigen Befund konnte die erwähnte Stützmauer (noch) nicht nachgewiesen werden. Von der Außenschale der Umfassungsmauer wurden wenige Steinlagen fest gestellt und vor den Sicherungsmassnahmen zunächst schützend abgedeckt.

Das Panorama wurde aus mehreren Aufnahmen zusammen gesetzt und zeigt den Zustand nach der vorbereitenden Reinigung vor dem Auftragen des Spritzbeton. Die Außenschale der Umfassungsmauer und das Füllmauerwerk sind bis auf ca. 40 cm an die Innenschale heran abgegangen; ca. 2 m nach Osten hin fehlt auch diese und man blickt in das offene Erdreich. Der gelbe Schlauch am oberen Bildrand markiert die heutige Lauffläche. Erkennbar werden einzelne horizontal verlaufende Steinlagen und Mörtelschichten. Am unteren Bildrand liegt der gewachsene Fels, auf dessen sehr unregelmäßige Oberfläche die Mauer gesetzt wurde.

Aufschluss der Umfassungsmauer auf der Tomburg.

Die Skizze zeigt den linken Abschnitt des Aufschlusses mit einer deutlich erkennbaren Schichtung, die allerdings durch fortschreitende Erosion insgesamt bereits nach vorne unten, auf den Betrachter zu, geneigt ist. Auch die horizontale Lagerung ist sehr gestört, dennoch lässt sich folgende Schichtenfolge in folgenden Dicken erkennen:

  1. 20-40 cm: humose durchwurzelte Schicht (braun).
  2. ca. 50 cm: großformatige Platten und Blöcke (rot). An der Unterseite des linken der beiden größten Blöcke haftet eine etwa 1 cm dicke Schicht Mörtel an. Diese könnten zu weiter aufgehendem Mauerwerk gehört haben.
  3. 70-80 cm: im Wechsel links-rechts geneigtes, kleineres Material (blau / türkis). Der Unterschied zu der Schicht darüber ist extrem. Das Füllmauerwerk ist hier als ›opus spicatum› ausgeführt (›Ährenwerkvon lat. spica = Ähre): in Lagen hochkant abwechselnd schräg gegeneinander versetzt angeordnet ergibt sich ein ährenbzw. fischgrätenartiges Muster. Diese Bauweise war schon in der Antike bekannt und wurde auch im Mittelalter angewendet. Angefüllt mit reichlich Mörtel können durch unterschiedliche Neigungswinkel mit unterschiedliche großen Steinen dennoch Schichten  gleicher Höhe erreicht werden. So konnte auch Steinmaterial verarbeitet werden, dass sich für eine waagerechte Vermauerung nicht eignet. Zudem ermöglichte diese Bauweise prinzipiell die Einsparung von Material und erzielte einen gewissen vertikalen Druckausgleich, allerdings mit dem Nachteil, dass das Mauerwerk häufig einem seitlichen Schub ausgesetzt war. An den Übergängen zwischen Füll- und Schalenmauerwerk kam es daher oft zur Bildung von Rissen. Die schräg gestellten Steine sind hier an ein paar Stellen durch größere Blöcke ergänzt, die ursprünglich der Struktur mehr Halt gegeben haben.
    In den Verband eingefügt fand sich das Fragment einer römischen Dachziegel (in der Skizze mit ›R‹ gekennzeichnet).
  4. Darunter bis zum gewachsenen Fels ist der Mauerverbund weitestgehend zerfallen. Erkennbar bleiben Mörtelanhaftungen und -brocken. Die Baumeister haben den sehr unregelmäßigen Untergrund mit Vertiefungen und hoch stehenden Felsnasen genutzt, um den Fundamenten Stabilität zu verleihen. Teilweise sind Felsvorsprünge, die erkennbar aus dem Aufschluss heraus ragen, z.B. in dem Panoramabild rechts der Bildmitte unterhalb der vertikalen Abbruchkante.

Dies deckt sich mit einem Grabunsgergebnis von  Janssen: „(…) fundführende Schichten wurden (…) bis zu einer durchschnittlichen Tiefe von 7 m unter der alten Oberfläche ausgehoben. Dann zeigte sich der in großen Zacken und Blöcken anstehende gewachsene Basaltfelsen. (…) Der Zweck der massiven Auffüllung von mindestens 5 m Schutt bestand darin, für die jüngerer Bebauung ein neues Niveau zu schaffen. Man glich so die durch die natürlichen Felsen gegebenen Unebenheiten aus und schuf für die Bauten des 14. Jahrhunderts ein einheitliches Bauniveau. (…) Der Schutt selbst enthält die Reste früherer Bebauungszustände, ohne daß er die Möglichkeit geboten hätte, konstruktive Details dieser früheren Bebauung wieder aufzufinden.“
(Quelle: Walter Janssen: Die Tomburg bei Rheinbach, Lkr. Bonn. In: Chateau Gaillard IV, Gent 1968)

Auf die Umfassungsmauer übertragen blicken wir von der Seite auf die beschriebene Schichtenabfolge: eine Schuttschicht auf gewachsenem Fels, darüber eine Ausgleichsschicht ›opus spicatum›, auf die das Bauwerk aufgesetzt wurde, hier die Umfassungsmauer. Wenn dem so ist, wäre die Umfassungsmauer spätestens im 14. Jh. entstanden.

Bis auf das erwähnte römische Dachziegelfragment fanden sind keine Einzelfunde, aus denen sich Hinweise auf eine Datierung ableiten ließen. Das ›opus spicatum› selber wurde häufig im 11.-13. Jh. angewendet. Dieser Zeitraum passt in den Gesamtbefund, kann aber noch nicht als gesichert gelten.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Sicherung

Prinzipskizze: eine durch Bodenanker gesicherte Stützmauer leitet seitliche Druckkräfte in den Boden ab.

Die nebenstehende Skizze (links) zeigt das Prinzip der Sanierungsmassnahme: eine mit bis zu 6 m langen Bodennägeln verankerte Stützmauer leitet die Kräfte in den Boden ab und verhindert das weitere Abrutschen in den Steinbruch. Um drückendem Niederschlagswasser das Abfließen zu ermöglichen, wird ergänzend eine Drainage eingebaut.

Die Stützmauer wird mit beschleunigtem (schnell härtendem) Spritzbeton in Schichtdicken von ca. 25-200 mm aufgebaut. Der trockene Beton wird pneumatisch von der Lichtung am Fuß des Tomberges in einem Schlauch nach oben gefördert. In einer Mischdüse wird er vor dem Austritt mit Wasser gemischt und unter hohem Druck ausgestoßen. Dies ermöglicht das flächenartige Aufbringen bei gleichzeitiger Verdichtung durch den in der Spritzdüse entstehenden Druck.

Die Stützmauer wird mit Spritzbeton aufgebaut (blau), mit Stahlmatten armiert (rot) und durch Bodennägel im Untergrund (grün) verankert (Quelle: B. Stiewe).

Die freundlicherweise von Herrn Stiewe (SHB) bereit gestellte Skizze (rechts) verdeutlicht das Prinzip der Sanierungsmassnahme an der Umfassungsmauer M16; die bisher erfolgten Arbeitsschritte sind in der unten stehenden Gallerie illustriert.

Wenn die Betonarbeiten beendet sind, soll vor den Sichtbeton ein Bruchsteinmauer errichtet werden. Es ist auch beabsichtigt, die Innenschale der Umfassungsmauer 40 cm über die heutige Lauffläche aufzumauern. Auch der Übergang vom Fuß der Betonmauer auf die heutige Lauffläche soll baulich gefasst werden, damit die Dimensionen dieser mächtigen Mauer für den Besucher erkennbar werden.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Zwischenbericht zur Sanierungsmassnahme – die Tomburg erneut im Ausschuß für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur

Seit dem letzten Bericht über den LinkInt Zustand und Substanzverlust der Tomburg sind drei Jahre vergangen, in denen die aktuell laufenden Sanierungsmassnahmen vorbereitet wurden. Am 16. November 2017 wurden in einem Zwischenbericht Methoden und Herausforderungen des Projektes erläutert und erste Ergebnisse vorgestellt.

Hier finden Sie eine bebilderte Textfassung des Vortrages:
LinkInt »Tomburg-Sanierung – Zwischenbericht«.

Bautagebuch: nach 2 Monaten

Die Skizze verdeutlicht die Lage der besprochenen Strukturen zueinander. Die sich im Norden und Nordwesten anschließenden Teile sind ebenso Anbauten wie der aktuell sanierte, orange markierte Bereich. Janssen interpretiert verschiedene Bauphasen, die allerdings noch nicht genauer datiert werden konnten.

Die Arbeiten an dem quadratischen Anbau haben große Fortschritte gemacht (Mauer M20). Die Mauerschale wächst auf der Innenseite weiter in die Höhe, zusätzlich verankert mit vermauerten Metallstreben. Ziel ist, dass sie rd. 40 cm über die Lauffläche oben, auf der Ofenseite, hinausgeht. Von oben betrachtet entsteht so ein sichtbarer Rand in das Innere des quadratischen Grundrisses hinein.

Die Mauer M13 ist nun vorbereitet für die Aufmauerung; Material liegt bereit. Sie bildete die Außenmauer eines rechteckigen Gebäudes mit lichten Innenmaßen von 7,70 x 4,40 m. Gegenüber der vom Bergfried kommenden verlaufenden Mauer M1 ist das Gebäude leicht nach Südosten gedreht errichtet worden. Es stößt unmittelbar an die äußere Umfassungsmauer und kann aufgrund der massiven Fundamente als mehrgeschossiger ›Turm‹ angesprochen werden. Die quadratische Struktur wurde in einer späteren Bauphase angebaut. Eine genauere Datierung ist leider bisher nicht möglich. Lediglich ein im Fundament von M1 gefundenes Fragment Pingsdorfer Keramik wurde von Janssen 1968 frühestens ins 12. Jh. datiert; weitere Bauphasen sind folglich jünger.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Die folgenden drei Beiträge in dem Blog sind seit dem letzten Newsletter-Versand ebenfalls hinzu gekommen.

Bautagebuch: nach den Herbstferien

Sanierungsbereich Tomburg: gelb markiert sind stark geschädigte Bereiche, in denen mit den Sicherungsarbeiten begonnen wurde. (Kartengrundlage: »Die Tomburg. Rheinbach-Wormersdorf, Rhein-Sieg-Kreis – Gesamtplan« (Ausschnitt) Topographische Aufnahme: K. Grewe 1968. Digitalisierung, Erhebung und Kartographie: Andreas Herrmann).

Die Herbstferien sind zu Ende; in der zweiten Ferienwoche war auch der Tomburg eine Pause vergönnt. Seit gestern wird nun weiter gearbeitet und es geht wieder einmal um Steinmaterial, genauer um Steine, die als Ecksteine verwendet werden können. Echte Ecksteine sind zwar Mangelware, die rechten Winkel an den Mauerecken können aber auch mit gängigem Material nachgebildet werden. Wie lange dies noch möglich sein wird, hängt davon ab, wie sich die Temperaturen entwickeln. In der Regel gilt, dass bei auftretendem Frost nicht weiter gemauert werden kann, denn die empfohlene Verarbeitungstemperatur sollte nicht unter 5° C liegen. Andererseits gibt der Mörtel beim Abbinden Wärme ab, die eindringende Kälte lokal verdrängen kann.

Die Sicherungsarbeiten bieten zudem die Möglichkeit, archäologische Ergebnisse aus dem Jahr 1968 insbesondere zu baulichen Fragen aus heutiger Sicht neu zu betrachten. Es sind oft kleine Details, die aber Hinweise geben können auf die Struktur der Gesamtanlage und neue Fragen aufwerfen.
Hierzu zwei kleine Beispiele:

In der Innenecke zwischen den Mauern M12 und M14 befindet sich eine ca. 25 x 20 cm große Öffnung, deren Boden und Decke aus Steinplatten bestehen. Sie führt ca. 80 cm tief in die Mauer hinein. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Kanal, der Ab- oder Niederschlagswasser aus höher gelegenen Bereichen abgeführt hat; seine Fortsetzung fehlt allerdings, denn er öffnet sich an dieser Stelle in einen Keller. Dies ist in den damaligen Grabungsberichten nicht erwähnt.

Das große Loch in Mauer M14 wurde geschlossen.

 

Die quadratische Struktur (gelbe Markierung in Übersichtskarte) liegt nach Süden zum Rand des Halsgrabens hin orientiert und wird gebildet aus den Mauern M19 (Trennmauer zwischen oberem Burgplateau und Wirtschaftsgebäuden auf der Grabenseite), M16 (äußere Umfassungsmauer zum Hang hin) und M20, die einen rechten Winkel bildet und in einer späteren Bauphase an die Mauern M19 und M20 angesetzt wurde. Am heutigen Ende von M20 liegt ein ein sehr großer Stein, der nach seiner heutigen Position zur Hälfte in M20 integriert war. 

Betrachten wir die Südseite von M20 genauer: auf dem 1968er Grabungsplan ist eine Mauer verzeichnet, die parallel zur äußeren Umfassungsmauer auf den Halsgraben zuläuft. Am äußersten Rand eines historischen Fotos des Grabungsgeländes ist eine Mauer gerade noch erkennbar. Aus heutiger Sicht ist im Befund der Ansatz einer Mauer erkennbar, die zudem – immerhin einen Meter dick – im Verbund mit M20 gemauert wurde. Sie setzt am südlichen Ende von M20 im rechten Winkel an. Ihre Länge und der weitere Verlauf sind derzeit unklar. Auf den ersten Blick entsteht so ein etwa 50 cm breiter Zwischenraum zur äußeren Umfassungsmauer. Allerdings finden sich auch in diesem Zwischenraum weitere Fundamentsteine, die im Verbund mit M20 liegen und auch an ihrer Oberseite Mörtelanhaftungen aufweisen. Diese Fundamentsteine sind eng an den oben erwähnten Stützstein gesetzt. Daher könnte es sein, dass das aufgehende Mauerwerk in einer Breite von 1,5 m errichtet wurde, mindestens bis an den Stein heran. Der Stein selber war nach seiner heutigen Position sowohl Teil von M20, als auch der an M2o ansetzenden Mauer. Das ihn umgebende Mauerwerk hat er im Zuge der Erosion verloren und ist alleine zurück geblieben.
Über die Funktion dieser Struktur kann zur Zeit nur spekuliert werden: sehr wahrscheinlich erscheint mir an dieser Stelle eine Stützmauer, da das Gelände sowohl zum Hang, als auch zum Graben hin abfällt. Sie hätte M20 in einer Breite von 2,2 m in dem Winkel zwischen M20 und der äußeren Umfassungsmauer abgestützt.

Auch aus diesem Bereich ein paar Bilder zum jetzigen Zustand in der Gallerie.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Die Tomburg – eine Spurensuche

Mittwoch, d. 17. Mai und Samstag, d. 20. Mai 2017:
Vortrag im Zehnthaus in Odendorf mit Unterstützung der kleinen Tomburg-Madonna:
hat mir viel Spaß gemacht – vielen Dank an den Zehnthaus-Verein
Eine Spurensuche anhand von Baugeschichte und Archäologie auf der Suche nach authentischen Befunden mit den aktuellen Entwicklungen zum Schutz und Erhalt der Burg – ergänzt durch eine Exkursion auf den Tomberg.
LinkExt »Die Tomburg – eine Spurensuche
Andreas Hermann führte durch die Exkursion an der Tomburg«

(Blick aktuell v. 04.06.2017)

LinkExt Zehnthaus-Verein
LinkInt Eine »Madonna mit dem Kinde« auf der Tomburg – Augenzeugin der Zerstörung

Plateau sichern – Burgreste erhalten

Mittlerweile wurden drei Arbeitspapiere zur Sicherung und dem Erhalt der Tomburg der Stadt Rheinbach als ›Untere Denkmalbehörde‹ vorgelegt. Die darin enthaltenen Vorschläge und Empfehlungen konkretisieren  konzeptionelle Überlegungen aus meinem Vortrag vom November 2014 im Ausschuß für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur, der hier bereits veröffentlicht wurde: LinkInt »Die Tomburg – Zustand und Substanzverlust«.

Beitrag 1: Das Plateaugeländer

Bestandsaufnahme des umlaufenden Geländers am Rand des Plateaus, notwendige Instansetzung und Empfehlungen zur Verlegung in Teilabschnitten.
LinkInt Zur Erneuerung des umlaufenden Plateaugeländers. Bestandsaufnahme – Kartierung – Mengengerüst

Beitrag 2: Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert

Bestandsaufnahme und Schadensbilder mit Empfehlungen zur Sicherung des sichtbaren Bestandes verbunden mit einer Sichtbarmachung bisher verborgener weiterer Befunde.
LinkInt Sicherung des sichtbaren Bestandes und Sichtbarmachung der Befunde. Bestandsaufnahme und Schadensbilder

Beitrag 3: Baumkartierung

Gräser, Büsche und Bäume im unmittelbaren Bereich des Denkmales gefährden den Bestand. Sie wurden nach Gefährdungspotential kartiert.
LinkExt Bäume im Bereich des Bodendenkmals

Erfahren Sie mehr… LinkInt Erhaltungsmaßnahmen: Vorschläge und Empfehlungen

Eine »Madonna mit dem Kinde« auf der Tomburg – Augenzeugin der Zerstörung.

Icon: interner Link Eine Madonna mit dem Kinde von der Tomburg

(Foto: Andreas Herrmann)

(Foto: Andreas Herrmann)

Ein bisher unveröffentlichter Fund konnte aus den Depots des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege gehoben werden: eine mögliche »Augenzeugin« der Zerstörung rund um die Belagerung der Tomburg im Jahre 1473. Dieses Einzelstück stammt aus einer Grabungskampagne, die das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege auf dem Gelände der Tomburg bei Rheinbach durchführte. In dessen Verlauf wurde eine kleine Tonstatuette einer »Madonna mit dem Kinde« geborgen. Dieser bisher unveröffentlichte Fund wird hier vorgestellt und im Hinblick auf Herkunft und Bedeutung untersucht werden.

(In: Mitteilungsblatt der Freunde des Archivs der Stadt Rheinbach, 9-2010)