Tomburg

Die Tomburg bei Rheinbach-Wormersdorf

Foto des Bergfrieds

Teil des Bergfrieds: der untere »Ring« wurde zu Beginn der 1970er Jahre aufgemauert.
(© Andreas Herrmann)

Das Foto zeigt den heute noch weithin sichtbaren Rest des Bergfrieds der im September 1473 nach wochenlanger Belagerung weitestgehend zerstörten Tomburg. Unter der Führung des Grafen von Jülich lagerten mehrere Truppen vor der Burg und plünderten im Umland, mit dem Ziel, Friedrich von Sombreff von der Burg zu vertreiben. Dieser floh der Überlieferung nach bei Nacht und Nebel durch die Heerlager. Die Mannschaft der Burg ergab sich tags drauf. Die Burg wurde den Berichten nach zerstört; jahrzehntelange Konflikte um die Schadensersatzforderungen der Miteigentümer an ihren Gebäuden mit Hab und Gut schlossen sich an.

Dies ist eine der Geschichten, die sich um den Berg und seine Burg ranken. Nur für einige Jahrhunderte ist der historische Hintergrund durch Dokumente belegt. Einige Urkunden belegen handelnde Personen, ihr Verhältnis zueinander und die beurkundeten Ereignisse. In der Zeit, in der die Burg regionalpolitisch bedeutungslos wurde, wissen wir um die konkreten Ereignisse auf diesem Berg immer weniger. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie zumeist als Mitgift weitergereicht, im 19. Jahrhundert als Steinbruch ebenso abgebaut wie der sie tragende Berg, um schlußendlich durch die Hände mehrerer Grundstückseigentümer in den 1920er Jahren in das Eigentum der Stadt Rheinbach zu gelangen. Der Konflikt um ihren Erhalt und Schutz als Kulturgut beginnt mit den Steinbruchbetreibern und einem um Burg und Berg besorgten Adeligen. Heute sind beide im Rahmen der planungsrechtlichen Möglichkeiten geschützt: der Tomberg als Naturschutzgebiet, die Tomburg selber unter- und oberirdisch als Boden- bzw. Baudenkmal. Trotzdem schreitet der Substanzverlust fort: natürliche Erosion und Raubgräberei forden ihren Tribut.

Die Lage der Tomburg

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