Die Tomburg zu Gast bei der Kolpingsfamilie – ein Vortrag zu Geschichte und Zukunft

Auf Einladung der LinkExt ›Kolpingsfamilie Rheinbach 1866‹ informierte der Vorsitzende des ›Freundeskreis Tomburg e.V.‹ am 20. September 2018 in einem zweiteiligen Vortrag zu Geschichte und Zukunft der Tomburg. Das Pfarrzentrum St. Martin in Rheinbach erwies sich als idealer Ort, um in einem Seminarraum einen Überblick zu vermitteln, welche historischen Akteure die Geschicke von Burg und Berg maßgeblich beeinflusst haben. Es wurde ein Bogen gespannt von den ersten Hinweisen auf die Nutzung des Tombergs bis zur Zerstörung der Burg im Jahr 1473. Die folgenden Jahrhunderte bedeuteten für die Burg einen fortschreitenden Verlust an Bausubstanz bis hin zum heutigen Erscheinungsbild einer Ruine. Im zweiten Teil des Vortrages wurden die bisher durchgeführten Maßnahmen zur Sicherung und Sanierung der Tomburg vorgestellt. Aktuelle Entwicklungen vor Ort und ein Blick in die Zukunft zeigten Möglichkeiten auf, welche Maßnahmen und Projekte umgesetzt werden können. In eigener Sache wurde abschließend wurd die Initiative des gemeinnützigen „Freundeskreis Tomburg e.V.“ vorgestellt.

Die gezeigten Folien zum Nachlesen LinkInt »Tomburg – Geschichte und Zukunft«

 LinkExt »Kolpingsfamilie Rheinbach – Geschichte der Tomburg«
(Ankündigung in Blick aktuell v. 13.09.2018)

Tätige Mithilfe – ein Praxistest: Rückschnitt von Pflanzen und Einlagern der Bausteine

Ein Satzungsziel des ›Freundeskreis Tomburg e.V.‹ ist die kontinuierliche Pflege im Sinne der praktizierten Denkmalpflege auf der Tomburg. Dazu gehört auch ein regelmäßiger Rückschnitt, wenn die gerade restaurierten Mauerzüge nicht von dem Aufwuchs verschiedener Pflanzen erneut überwuchert werden sollen. Diese Arbeiten können von Mitgliedern und Unterstützern des Vereines im Rahmen der ›Tätigen Mithilfe‹ durchgeführt werden. Bei Interesse melden Sie sich bitte beim Vorstand des Freundeskreises, damit die Arbeiten in Rücksprache mit der Stadt Rheinbach vom Verein koordiniert werden können.

Um den Schweregrad der Arbeit, den zeitlichen Aufwand und den Bedarf an Werkzeugen und Maschinen abzuschätzen, haben zwei Mitglieder des Vorstandes eine Testfläche bearbeitet: rund um den Ofen zwischen Bergfried und quadratischem Turmgrundriss. Auch die Umlagerung der Bausteine in bereit stehende Drahtkörbe wurde getestet. Der Zeitaufwand betrug rd. 2,5 Stunden (mit Hecken- und Astschere), wobei der Zeitaufwand durch einen motorgetriebenen Freischneider mit trimmbarem Nylonfaden drastisch reduziert werden kann.

Vorher: Zwischen dem Ofenrand auf der Bergfriedseite und einer Brandschutzmauer steckt immer noch ein gewaltiger Wurzelstock eines Nussstrauches. Während der Sanierung 2017/2018 wurde er nicht entfernt, da die Aufmauerung der Wirtschaftsgebäude aus Kostengründen nicht mehr begonnen wurde. Die teilweise fingerdicken Triebe waren schon bis zu drei Meter lang. Die Grassoden lagen relative lose auf und einige Efeutriebe hatten sich auch schon wieder auf den Weg gemacht (Foto: Andreas Herrmann).

Nachher: die Fläche der Wirtschaftsgebäude ist weitestgehend von Bewuchs befreit. Genau in der Mitte des Bildes ist der Wurzelstock des Nussstrauches nun frei geschnitten erkennbar. Sein Umfang von ca. 40 x 60 cm macht das Entfernen problematisch für die Bausubstanz im Boden. Wahrscheinlich bleibt es eine Daueraufgabe, jeden Austrieb immer wieder zurück zu schneiden. Der Grünschnitt wurde an den Hangflächen abgelegt (Foto: Andreas Herrmann).

Die Aufbewahrung der im Rahmen der Sanierung 2017/2018 hergestellten Bausteine erfolgt in Drahtkörben, die uns aus dem Bestand der ehemaligen Keramikfabrik Marei  freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden. Vorerst drei von ihnen wurden mit einem Trecker und Hänger zunächst auf die Tomburglichtung transportiert auf das Burgplateau getragen. Vielen Dank an Hans Gerd Paffenholz und Familien, Richard Feldmann, Michael Rohloff, Werner Gerhards und Christian Faßbender.

Die Basaltsteine werden mit zunehmender Größe schnell sehr (!) schwer. Der auf dem Foto im Korb oben auf liegende Brocken ist bereits nur mit zwei Personen anzuheben; bei zunehmender Größe sind rasch 3-4 Personen nötig.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Bautagebuch: Absturzsicherung an Spritzbetonwand

Schon bei der Abnahme der Sanierungsarbeiten 2017/2018 wurde die Absturzgefahr an einer Stelle als sehr hoch bewertet. Denn die auffällige Spritzbetonwand zur Hangsicherung weckt die Neugier der Besucher, sich dieser Kante zu nähern, hinter der das Gelände ca. 40 m zum Steinbruch hin sehr steil abfällt.

Im Sinne einer schnellen ›Gefahrenabwehr‹ hat die Stadt Rheinbach daher ein Geländer beauftragt. Dabei ist die Bauausführung besonders hochwertig: die Pfosten sind aus Eiche und stehen in feuerverzinkten Pfostenschuhen auf der Stützmauer; gegen ein hangseitiges Abknicken sind sie durch Winkel an der Außenseite gestützt. Die Handläufe bestehen aus Douglasie und sind doppelt ausgeführt: ein zusätzliches Querholz befindet sich in kindgerechter Höhe.

Insgesamt entsteht der Eindruck eines ›Balkons‹. Um allerdings den Ausblick hinüber zum Siebengebirge genießen zu können, müssten die Sichtachsen in Abstimmung mit dem Forstamt frei geschnitten werden. Voraussetzung hierfür sollte aber auch ein Wegekonzept sein, das aufzeigt, wie die Besucher durch weitere Geländer entlang einer entsprechenden Wegeführung diese Stelle sicher erreichen können.

Das Geländer kurz nach der Fertigstellung (Foto: Andreas Herrmann).

Das Thema der Plateauumzäunung ist übrigens keine denkmalpflegerische Maßnahme, sondern wird auch im Hinblick auf die Haushaltsmittel einer Gefahrenabwehr im Sinne der ›Vekehrssicherung‹ zugeordnet. Zur Zeit wird geprüft, inwieweit die hier praktizierte Bauausführung als Vorbild für die gesamten Ränder des Burgplateaus übernommen werden kann.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Grafschafter Krautfabrik – Glückwunsch zum 125-jährigen Firmenjubiläum

Die LinkExt ›Grafschafter Krautfabrik‹ in Meckenheim führt die LinkInt Tomburg im Markenzeichen, und ihr Geschäftsführer Herr Stefan Franceschini unterstützt die Initiative als Gründungsmitglied und Förderer des LinkInt ›Freundeskreis Tomburg e.V.‹
Im Namen des Vorstandes gratulieren wir ihm und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu dem großen Fest und wünschen für die Zukunft viel Erfolg mit dem leckersten Brotaufstrich aus der Region.

Presseecho:
– General-Anzeiger Bonn: LinkExt Heimat auf dem Butterbrot – Grafschafter Krautfabrik in Meckenheim wird 125 Jahre alt
– Bonner Rundschau: LinkExt 125-jähriges Jubiläum Grafschafter Krautfabrik feiert mit 300 Gästen in Meckenheim
– Blick aktuell: LinkExt Hersteller des Grafschafter Goldsafts feiert Jubiläum – 125 Jahre Grafschafter Krautfabrik

Bautagebuch: die Mauerkronen bilden den Abschluss

Dies ist der vorerst letzte Eintrag in das Bautagebuch, denn mit der Bauabnahme am 5. Juli wurde die Sanierung 2017/2018 abgeschlossen und die Tomburg-Baustelle geräumt.

Presseecho: Axel Vogel im General-Anzeiger Bonn:
– online: LinkExt  »Denkmalschutz – Arbeiten an der Tomburg in Rheinbach sind beendet.«
– in der Druckausgabe v. 03.07.2018 »Arbeiten an der Tomburg sind beendet. In dieser Woche räumt die Sanierungsfirma die Baustelle in Rheinbach. Stiftung gibt 30 000 Euro zusätzlich.«

Das Bautagebuch hat Sie aus allgemein verständlicher technischer Sicht über durchgeführte Arbeiten und ihre Ergebnisse informiert und sobald weitere Massnahmen starten, werde ich die Berichte auch weiter führen. Wenn Sie die Seiten im Bautagebuch nachlesen möchten, hierzu noch ein Tipp: in der rechten Spalte finden Sie eine Liste mit ›Kategorien‹. Wenn Sie eine Kategorie anklicken, wirkt diese wie ein Filter, und es werden Ihnen nur die dazu gehörenden Beiträge angezeigt, also z.B. alle Einträge im Bautagebuch.

Die Mauerkronen bilden den Abschluss

Schon während der Planungsphase wurde beschlossen, das sanierte Mauerwerk mit einer harten Abdeckung auf der Oberseite zu verschließen. Diese sollte die darunter liegenden Fugen gegenüber Niederschlägen abdichten und verhindern, dass Pflanzen mit ihren Wurzeln in kleine Spalten eindringen. Um die Stabilität zu erhöhen wurden dem Kalk-Trass-Mörtel Kunststofffasern beigefügt.

Erste Probefläche nicht akzeptabel

Die Bauausführung wurde allerdings nach den ersten Probeflächen nochmal geändert. Zunächst wurde die Idee verfolgt, an den Rändern der Oberseite mit Holzbrettern ein Verschalung zu bauen, in die der Mörtel eingebracht wurde. Das Ergebnis zeigen die folgenden Bilder: eine mehrere Zentimeter dicke Mörtelplatte, die entweder an den Rändern übersteht oder deren Mörtelmasse zwischen Schalbrett und Steinen ausgetreten ist. In jedem Fall erscheint die entstehende Platte als zu massiv und ästhetisch wenig ansprechend, so dass mit der Baufirma und dem Freundeskreis in Absprache mit der Denkmalpflege nach einem anderen Weg gesucht wurde. Die einmal erstellten Probeflächen wurden allerdings aus finanziellen Gründen so belassen.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Zweite Probefläche fügt sich harmonisch ein

Die Ergebnisse an einer weiteren Probefläche überzeugten: die Mörtelmasse wurde mit der Kelle in einer Dicke von wenigen Zentimetern aufgetragen. Auch hierbei wurde darauf geachtet, in der Fläche schiefe Ebenen zu formen, damit Niederschläge abfließen können. Die Ränder passen sich dem Verlauf der Steinkanten an, so dass insgesamt ein harmonischer Gesamteindruck entsteht.

(Fotos: Andreas Herrmann

An einigen Stellen löste sich die Abdeckung vom Untergrund. (Foto: Andreas Herrmann)

Noch eine Nachbesserung erforderlich

Leider entwickelten sich vorwiegend in den Randbereichen der Abdeckung hohle Stellen. Diese entstanden durch eine zu geringe Haftung zwischen Kalk-Trass-Mörtel und Basaltsteinen, so dass diese losen Stellen entfernt werden mussten. Danach wurde zunächst eine ›Haftbrücke‹ zwischen Verlegemörtel und Basalt aufgebracht, um eine ›kraftschlüssige‹ Verbindung  zwischen beiden herzustellen (LinkInt TNH-flex von tubag).

 

›Tomburg-Abend‹ – der ›Freundeskreis Tomburg e.V.‹ stellte sich vor

Durchführung der Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung der LinkExt Raiffeisenbank Voreifel eG.

Der ›Freundeskreis-Tomburg e.V.‹ hatte am 21. Juni 2018 zu seinem ersten ›Tomburg-Abend‹ eingeladen. Der Vorsitzende, Andreas Herrmann, stellte den als gemeinnützige anerkannten Verein vor. In einem zweiten Teil wurden die Ergebnisse der Sanierung 2017/2018 dargestellt und erläutert. Abschließend wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die ehrenamtliche Mithilfe bei Erforschung, Pflege und Instandhaltung unterstützen kann. Zukünftige denkmalpflegerische Massnahmen und Folgeprojekte rund um Burg und Berg bildeten den Abschluss. Als Leihgabe des Stadtarchivs wurden einige Artefakte aus dem Burgbrunnen gezeigt, die 1883 bei seiner ersten Räumung geborgen wurden.

Wer nicht dabei sein konnte, kann hier die Stichworte der Präsentation nachlesen:
LinkInt Tomburg-Abend – Foliensatz zum Vortrag

(Fotos: Tabea Herrmann, Richard Feldmann, Andreas Herrmann)

›Tomburg-Abend‹ am 21. Juni 2018

Durchführung der Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung der LinkExt Raiffeisenbank Voreifel eG.

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie sind herzlich zu unserem ersten ›Tomburg-Abend‹ eingeladen: eine Informationsveranstaltung des ›Freundeskreis-Tomburg e.V.‹

Unsere Initiative stellt sich vor: im Laufe des Abends haben Sie die Gelegenheit, mehr über die Arbeit des Freundeskreises mit ihren Zielen und Initiativen zu erfahren. Über die Ergebnisse der Sanierung 2017/2018 wird ebenso berichtet, wie auch zukünftige denkmalpflegerische Massnahmen vorgestellt.
Wie kann es weiter gehen? Welche Ziele werden verfolgt?
Welche Möglichkeiten hat die ehrenamtliche Mithilfe bei Erforschung, Pflege und Instandhaltung?

Als Leihgabe des Stadtarchivs zeigen wir einige Artefakte aus dem Burgbrunnen, die 1883 bei seiner ersten Räumung geborgen wurden.

Der Abend bietet eine gute Gelegenheit zum Kennenlernen und für die Diskussion möglicher Folgeprojekte rund um Burg und Berg – für Getränke ist gesorgt am:

Donnerstag, d. 21. Juni 2018 um 19 Uhr
in der Raiffeisenbank Voreifel eG
Hauptstraße 36-46 in 53359 Rheinbach

Ich freue mich auf Ihren Besuch,

Andreas Herrmann
(Vorsitzender)

Einbruchdiebstahl in Werkzeugcontainer

Die Gefährdung von archäologischen Ausgrabungen oder auch Sanierungsmassnahmen an Denkmälern insbesondere im Außenbereich ist nicht neu und eigentlich nicht ungewöhlich. An der Tomburg jedoch zeigt sich in diesem Jahr eine deutliche Steigerung. Nach eher kleineren Sabotageakten im letzten Jahr (Schläuche angeritzt und durchschnitten, kleine Steine im Schornstein des Kompressors), kam es im April zu einer personengefährdenden Sabotage mit einem Nagelbrett ( LinkInt Sabotage an der Tomburg ).

In der vergangenen Nacht jedoch wurde der Materialcontainer der Firma SHB aufgebrochen und Gerät entwendet. Ein Bericht von Axel Vogel im General-Anzeiger Bonn:
– online: LinkExt Einbruch in Werkzeugcontainer – Einbrecher verursachen hohen Sachschaden auf Tomburg-Baustelle und
– in der Druck-Ausgabe v. 14.06.2018 »Einbrecher stehlen Maschinen und Werkzeug – Tomburg-Sanierer in Rheinbach werden erneut Opfer von Diebstahl. Unbekannte gehen professionell vor.«
Die Polizei Bonn ermittelt: Hinweise zur Aufklärung können unter der Telefonnummer 0228/150 gegeben werden.

Und in der Bonner-Rundschau: LinkExt Werkzeug gestohlen – Einbruch auf der Baustelle an der Tomburg

Bautagebuch: ein Rundgang beeindruckt mit erstklassig sanierten Mauern

Ein Rundgang zwischen den sanierten Mauern ist schon beeindruckend – vor allem, wenn man sich an den alten Zustand erinnert. Heute sehen wir eine handwerklich erstklassige Arbeit – die Bilder sprechen für sich. Damit nähert sich die ›Sanierung 2017/2018‹ ihrem Ende. Zum Abschluss werden die Mauern von oben noch eine Abdeckung erhalten.

Wie Sie der Presse bereits entnehmen konnten, wird die Aufmauerung der Fundamente leider nicht mehr in diesem Projekt erfolgen können. Der ›Freundeskreis Tomburg‹ ist jedoch aktuell mit der Stadt Rheinbach und anderen Beteiligten im Gespräch, um die Möglichkeiten einer Fortführung dieser Arbeiten ehrenamtlich und mit Hilfe von Sponsoren zu organisieren. Für dieses Vorhaben sind wir für jede Unterstützung dankbar! Als Sofortmassnahme bemühen wir uns um eine gesicherte Aufbewahrung der vorbereiteten Bruchsteine; sie werden noch für die Aufmauerung benötigt.

(Fotos: Andreas Herrmann)