Bautagebuch: Fugen werden geschlossen

In dieser Woche können Besucher der Burg das Verfugen der Mauern beobachten. Nach einer LinkInt Reinigung neuer und alter Fugen mit Strahlmittel, werden sie nun in einem Verfahren der ›Spritzverfugung‹ geschlossen. Hierzu wird Trass-Kalk-Fugenmörtel mit hohem Druck in die Fugen gespritzt, so dass diese Fugenmasse zwischen den Steinen bis auf den Grund der Zwischenräume vordringen kann. In einem letzten Schritt wird überschüssiges Material von den Steinen ›gestrahlt‹, so dass die Fugen zwischen den Bruchsteinen deutlich sichtbar hervor treten. Die Fugenmasse schließt bündig mit den Steinkanten ab, Niederschläge können ungehindert abfließen.

 

(Fotos und Video: Andreas Herrmann)

Sanierung wird fortgesetzt, aber mit Einschränkungen

Mit der Entscheidung des ›Feuerwehr-, Bau- und Vergabeausschusses‹, auf eine Aufmauerung von Fundamenten der Wirtschaftsgebäude zu verzichten, begegnet die Stadt Rheinbach den gestiegenen Kosten der Sanierungsmassnahme. Der General-Anzeiger Bonn berichtet:
– in der online-Ausgabe LinkExt »Restaurierung der Burgruine – Die Mauern der Tomburg werden nicht freigelegt«
– mit einem Kommentar von Mario Quadt: LinkExt »Schritt ist leider verständlich«
– und in der Druckausgabe v. 11.04.2018 »Tomburg-Sanierung wird teurer – Stadt Rheinbach verzichtet auf Teile des Projektes. Politiker votieren gegen Aufmauerung.«

Für die Tomburg ist viel erreicht worden! Dies darf trotz des nun beschlossenen Verzichts auf einen wichtigen Teil des Sanierungskonzeptes nicht vergessen werden.
Die Stadt Rheinbach musste auf die gestiegenen Kosten reagieren und hat mit dem Beschluss eine Kostenbremse eingezogen, die aus der Sicht des Kämmerers nachvollziehbar zwingend notwendig wurde. Da aber die genauen Kosten offenbar »derzeit nicht zu beziffern« sind und die Frage einer Nachschubförderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz noch nicht abschließend geklärt ist, eröffnen sich vielleicht nach einem ›Kassensturz‹ doch noch Handlungsspielräume .

Erst wenn alle finanziellen und baulichen Rahmenbedingungen geklärt sind, kann die Frage beantwortet werden, wie hoch der Fehlbetrag ist, der für die ›Sichtbarmachung‹  zusätzlich aufgebracht werden müsste. Von seiner Höhe hängt auch ab, inwieweit der noch junge Freundeskreis Tomburg e.V. hierbei unterstützen kann.

Denn eines ist klar: solange die Fachfirma vor Ort und die Baustelle (noch) eingerichtet ist, entfallen die Kostenanteile hierfür. Es wäre bitter für die Tomburg, wenn schlußendlich die mehrere Tausend mit Projektgeldern frei gestemmten Bausteine nicht verbaut werden. Diese müssten dann als wertvolles Baumaterial für zukünftige Folgemassnahmen in jedem Fall zwischen gelagert werden, damit sie nicht verloren gehen.

Abschluss der Sanierung ist gefährdet

Es ist der Tomburg zu wünschen, dass die einmal begonnenen Arbeiten nun auch zu Ende gebracht werden. Herr Axer beschreibt in einem Artikel von Axel Vogel Ursachen und Entwicklung der Kostensteigerung:
– in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Maßnahme an Denkmal – Sicherung der Tomburg in Rheinbach wird deutlich teurer« und
– in der Druckausgabe v. 10.04.2018 »Sicherung der Tomburg wird teurer – Aufmauern oder Sparversion? Ausschuss muss über weitere Arbeiten entscheiden.«

Im Sinne der substanzerhaltenden Denkmalpflege ist nur eine vollständige Umsetzung der geplanten Sanierung sinnvoll vorstellbar. Ein Gang über die Baustelle zeigt das Offensichtliche: an mehreren Stellen wurde begonnen, aber nicht alles ist abgeschlossen; aufwändig gestemmte Steine für die Aufmauerung liegen bereit, könnten aber womöglich nicht verarbeitet werden. Gerade die Themen „Sichern“ und „Sichtbar machen“ sind konzeptionell miteinander verklammert: „Sichtbar machen“ heißt „Sichern“. Ein Beispiel: die Aufmauerung z.B. von Fundamenten der Nebengebäude rund um den Ofen schützt die historische Bausubstanz im Boden, und weil sie für Besucher erkennbar wird, wird sie nicht weiter unbemerkt zertreten.

Gleiches gilt für einen wenige Meter langen Abschnitt der Äußeren Umfassungsmauer, die in ihrer Breite von 1,8 m nur an dieser einen Stelle direkt im Anschluss an die Spritzbetonwand im Befund nachgewiesen wurde. Auch hier gilt: „Sichtbarmachen“ heißt „Sichern“. Eine niedrige Aufmauerung schützt die sichtbaren Kanten vor weiterer Zerstörung und ermöglicht erst eine nachhaltige Pflege auch durch Ehrenamtliche. Der Freundeskreis Tomburg e.V. hat hierzu seine Unterstützung bei der laufenden Massnahme und danach angeboten.

Sabotage an der Tomburg

Manche Aktivitäten können noch als ›Dummer-Junge-Streich‹ verbucht werden. Aber die Grenze zur Gefährdung anderer und Sachbeschädigung ist hier sicher überschritten: ein Bericht von Axel Vogel im General-Anzeiger Bonn über die andauernde Sabotage der Sicherungsarbeiten:
– in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Gefährliche Sabotage auf der Baustelle: Unbekannte stellen an Tomburg Nagelfalle für die Arbeiter« und
– in der Druckausgabe v. 05.04.2018 »Unbekannte legen Nagelfalle aus – Auf der Tomburgruine häufen sich die Fälle von Vandalismus und Sabotage.«

Presseecho:
Express Bonn: Marion Steeger: LinkExt »Bonner Polizei ermittelt – Arbeiter tritt in tückische Nagelfalle«,
übernommen von FOCUS online – lokal: LinkExt »Bonner Polizei ermittelt – Arbeiter tritt in tückische Nagelfalle«

Bautagebuch: Alte Mauern frisch gereinigt

Das Mauerwerk ist für die Spritzverfugung vorbereitet. Die Art der verwendeten Steine (mit wenigen Ausnahmen Basalt) ist jetzt besonders gut zu erkennen. (Foto: Andreas Herrmann).

Wenn Sie über die Osterfeiertage die Tomburg besuchen, können Sie blitzblanke Mauerfugen betrachten. Die Fugen sämtlicher Mauern zwischen Bergfried und Stützmauer wurden gründlich gereinigt. Der graue Fugenmörtel wurde komplett entfernt und in diesem Arbeitsgang auch loses Material ausgeräumt. Das technische Verfahren kennen Sie von Hochdruckreinigern in Haushalt und Garten. Allerdings wird hier kein Wasser verspritzt, sondern mit fein gemahlener Hochofenschlacke ›gestrahlt‹. Nur mit den harten, wenige Millimeter großen Schlackekörnchen können auch die Mörtelreste entfernt werden, die an den seitlichen Flanken der Fugen recht lose anhaften. Der neue Fugenmörtel hat damit optimale Bedingungen, sich mit den Bruchsteinen für langen Halt stabil zu verbinden. Die Oberseiten der Mauern wurden bereits mit einer dünnen Mörtelschicht bestrichen, die offene Fugen verschließt. Sie bildet die Grundlage für eine geplante Mauerabdeckung; auf ihrer leicht geneigten Oberfläche läuft der Regen schnell ab.

Auffällig sind auch einige Haufen gebrochener Steine, die für das Verschließen einzelner Fehlstellen im Bestandsmauerwerk und für eine Aufmauerung der Fundamente im Bereich der Wirtschaftsgebäude verwendet werden können.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Tätige Mithilfe – 16.-18. März 2018 + Absage +

Vielen Dank an alle, die sich bereits für unsere Aktion angemeldet haben. Leider hat das Wetter uns nun doch einen Strich durch die Rechnung gemacht: Freitag: Regen, am Samstag sogar Schnee bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und das ganze bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 80-90%.
Kurzum: ich muss die Veranstaltung leider absagen und informiere Sie erneut, wenn eine neue Aktion möglich wird.

Tätige Mithilfe – 16.-18. März 2018: Fundamente freilegen

Die 1968 ergrabenen Fudamente der Wirtschaftsgebäude werden für ihre Aufmauerung vorbereitet.

Wenn die Vorhersage zutrifft, ist das Wetter am kommenden Wochenende bestens geeignet für die geplante Aktion im Rahmen der ›Tätigen Mithilfe‹ des Freundeskreises: anhand der Grabungsdokumentation von 1968 werden die Fundamente der Wirtschaftsgebäude soweit frei gelegt, um sie auf die geplanten 40 cm aufmauern können. Nach der archäologischen  Untersuchung wurden sie damals mit Abraum verschüttet. Wir werden folglich keine neuen Befunde anschneiden und lediglich die Verfüllung von 1968 behutsam entfernen. Teilweise schauen die Mauerzüge bereits aus dem Boden heraus, die meisten Mauerabschnitte liegen aber unter einer Deckschicht, die wir entfernen und an einer Stelle als Abraum sammeln. Der biologische Abraum (Wurzeln etc.) kann am Hang abgelegt werden. Entsprechend der kleinteiligen und schonenden Arbeitsweise wird lediglich übliches Gartengerät benötigt: Hacke (kurzstielig), Schaufel, Spaten, grober Handbesen, Eimer, Knieschutz. Proviant bringe jeder nach eigenem Bedarf mit. Die Details werden vor Ort erklärt. So arbeiten wir uns Mauerabschnitt für Mauerabschnitt voran.

  • Freitag, ab 1o Uhr: Vorbereitende Arbeiten und Beginn;
  • Samstag, d.  17. März 2018: ab 9 Uhr können Sie in einem für Sie passenden Zeitfenster dazu kommen;
  • Sonntag, ab 1o Uhr: Zeitreserve.

Wenn Sie sich an der Aktion beteiligen möchte, bitte ich um eine kurze Nachricht, zu welchen Zeiten Sie dabei sein können: EMail info{at}tomburg-forschung{Punkt}de

Sanierung im Luftbild – ein Überblick zum Stand der Dinge – Unterstützung durch den Freundeskreis Tomburg

Die vergangenen zwei Wochen waren ungewohnt frostig – so frostig, dass Mörtel nicht weiter verarbeitet werden konnte und zuletzt auch die Stemmarbeiten nicht fortgesetzt werden konnten. Die Steingewinnung musste eingestellt werden, weil durch die anhaltende starke Kälte die Feuchtigkeit der Luft in den Druckluftschläuchen kondensierte und diese zufroren. Abgesehen davon war die Witterung für die arbeitenden Menschen zu gefährlich geworden. Morgen nun soll es weiter gehen, denn die Frostperiode ist überstanden und auch die 14-Tage-Wetterprognose verspricht Temperaturen über dem Gefrierpunkt.

Der Beginn des Frühlings und die Neustart der Arbeiten ist es ein guter Zeitpunkt für einen Überblick zu den Arbeiten an der Tomburg. Dies ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die folgenden Luftbilder zeigen die Baustelle in einer Schräg- und nahezu vertikalen Ansicht. Florian Wagner von der LinkExt Full-Service-Werbeagentur ›fingomedia‹ hat beide Fotos zur Verfügung gestellt, die auf einem Testflug einer neuen Drohne entstanden – herzlichen Dank dafür.

Das folgende Luftbild zeigt den Bauabschnitt mit dem ersten der beiden Ziele dieser Massnahme, hier vorrangig die Sicherung vorhandener Bausubstanz aus dem 15. Jh. und der Aufmauerungen aus den 1970er Jahren. Folgende Arbeitsschritte sind nun:
a) das Ausräumen der Mauerfugen (erodierter Zementmörtel mit zu geringer Flankenhaftung),
b) gefolgt von bündigem Füllen der Fugen mit Spritzmörtel,
c) abschließend erhalten die Mauern eine am Rand überstehende Mauerkrone mit Tropfkante als Schutz vor eindringender Feuchtigkeit und Stabilisierung.

Die Spritzbetonmauer verläuft exakt auf der ehemaligen äußeren Umfassungsmauer der Tomburg und sichert nun den oberhalb liegenden Bereich. Ohne sie würde sich der Prozess fortschreitenden Substanzverlustes weiter fortsetzen und auch die gerade gesicherten Bereiche gefährden (Informationen zu Befund und Konstruktion in LinkExt Bautagebuch: 3 Monate Bauzeit unter dem Stichwort ›Sicherung‹). Diese Einzelmaßnahme wurde abgestimmt mit der Oberen Denkmalbehörde (LVR) und der Stadt Rheinbach umgesetzt.

Die Themen der Sanierungsmaßnahme 2017/2018 zeigen sich von rechts oben nach links unten: 1. neben dem Bergfried zwei große Trümmerbrocken, aus denen Steine gewonnen werden, 2. in der Bildmitte die noch mit Folie abgedeckten Mauerzüge und 3. am unteren Rand die im Felsen verankerte Spritzbetonmauer zur Sicherung der darüber liegenden Mauerzüge. Sie verhindert, dass sich die Rutschbewegung fortsetzt. (Luftbild mit freundlicher Genehmigung von Florian Wagner, fingomedia GbR, Gelsdorf)

Zum Zeitpunkt der zweiten Aufnahme stand die Drohne nahezu senkrecht über der Baustelle.

In der rechten Bildhälfte, zwischen Bergfried und dem oberen Bildrand liegt rechts der Trennmauer der Bereich mit dem vorrangigen Ziel der Sichtbarmachung von Grundmauern vorgelagerter Wirtschaftsgebäude. Damit wird zugleich die noch wenig vorhandene Bausubstanz aus dem 15. Jh. gesichert. Als Vorarbeiten ist hier zunächst eine dünne, zumeist nur handbreit dicke Schicht aus Erde mit Wurzeln zu entfernen. Danach können die Grundmauern wie geplant ca. 40 cm hoch gemauert werden.

Es ist geplant, das Entfernen der Deckschicht über den Freundeskreis in Eigenleistung zumindest zu untestützen. Wir würden uns hierzu an einem Wochenende auf der Burg treffen. Sollten Sie Interesse haben, freue ich mich über eine kurze Nachricht. Genauere Informationen zu Termin und Vorgehensweise erhalten Sie separat.

Vom linken Ende (Westseite) der Spritzbetonwand verläuft die Abbruchkante zum Steinbruch in Bögen auf den unteren Bildrand zu. In eine Ausbuchtung oberhalb der Bäume liegt die Treppe auf einer Felsnase auf, die eine Wegeverbindung zu einem tiefer liegenden Teil im Befund dokumentiert. Hieraus ergibt sich auch ihre hohe Bedeutung für die Gesamtanlage und legt nahe, die Aussenwange der Treppe und die noch vorhandenen Stufen zu sichern.

Die links oben gut erkennbare Spritzbetonmauer folgt dem Verlauf der Innenkante der äußeren Umfassungsmauer. Links endet sie an der Abbruchkante; rechts von ihr ist die Innenkante der Umfassungsmauer bis an den Rand der frei gelegten Mauerzüge im Befund nachweisbar. Am rechten Ende der Spritzbetonwand zeigt sich im Befund sogar die Außenkante der Umfassungsmauer und dokumentiert die Breite dieses wuchtigen Bauteiles von 1,8 m. (Luftbild mit freundlicher Genehmigung von Florian Wagner, fingomedia GbR, Gelsdorf)

Das Vorhaben, den Brunnen der Tomburg zu untersuchen, ist außerhalb der Sanierungsmaßnahme 2017/2018 als getrennte Maßnahme zu betrachten; der General-Anzeiger-Bonn berichtete u.a. in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Verteidigungsmauer der Rheinbacher Tomburg wird gesichert«. Ich konnte – wie angekündigt – mit Herrn Müller-Storp vom THW-Bonn die Maßnahme vor Ort auf der Tomburg erörtern. Sie erscheint prinzipiell machbar, erfordert aber im Einzelnen weitere Abstimmung insb. mit der Stadt Rheinbach.

Schon jetzt wird deutlich, dass der ehrenamtliche Anteil wahrscheinlich höher ausfallen muss. Idealerweise findet sich ein Gerüstbauer, der die Brunneneinfassung frei stehend einrüstet, um eine Arbeitsplattform und Aufhängung für die Seilwinden zu bekommen. Wahrscheinlich wird diese Maßnahme an einem Samstag im April stattfinden – eine konkrete Bestätigung steht allerdings noch aus. Sollten Sie eine Möglichkeit sehen, den Freundeskreis bei dieser Maßnahme zu unterstützen bitte ich um eine kurze Nachricht.

Tomburg-Täfelchen

Ein Luftbild der Tomburg, gedruckt auf Milchschokolade (Foto: Andreas Herrmann).

Die Tomburg hat es auf Schokoladentäfelchen geschafft: das Luftbild zeigt den Bergfried nach seiner statischen Sicherung mit Mauerring Anfang der 1970er Jahre.

Die Täfelchen sind einzeln erhältlich im
LinkExt ›Rheinbacher Tee- und Feinkostkontor‹ bei Petra Gurk oder als Geschenkset zusammen den Motiven St. Martin, Wasemer Turm, Hexenturm und einem Blick über die Stadt.