Forschung

Fragen – Ansätze – Methoden

In der Tomburg-Forschung wird die Perspektive des Tombergs eingenommen und gefragt, welche Entwicklungen und Ereignisse waren für ihn wegweisend und prägend? Diese biographische Betrachtung aus der Sicht des Berges führt entlang des Zeitstrahls von seiner Entstehung vor ca. 65 Mio. Jahren bis in heutige Tage. Auf dieser Reise öffnen sich Fenster und erlauben einen mehr oder weniger detaillierten Einblick in die Lebenswelten der jeweiligen Zeit, je nach dem Stand des historischen Wissens.

Die wechselnden Herren der Tomburg prägten über viele Jahrhunderte die Geschicke des Tombergs, haben mit dem Bergfried eine noch heute über viele Kilometer hin sichtbare Landmarke hinterlassen, die die strategische Bedeutung dieses Berges erahnen lässt. Darum bildet ihre Geschichte einen Schwerpunkt.

Der Tomberg hat aber auch andere Rollen gespielt: Möglicherweise als Heiligtum keltischer Ur-Religion, militärischer Aussichtspunkt des römischen Heeres, Stammsitz der Ezzonen, Wohn-/Verwaltungssitz der Herren von Tomburg bis zu der Zerstörung 1473, danach Mitgift über mehrere Generationen und Familien, als Rohstoffquelle lieferte er fertig behauene Bausteine und Basalt. Darüber hat er seine Burggebäude fast vollständig verloren. Letztendlich wurde er unter Schutz gestellt: Seine Anerkennung als Baudenkmal, Bodendenkmal und Naturschutzgebiet verhindern trotzdem nicht die weitere Zerstörung kulturellen Erbes.

Offene Fragen und kleine Rätsel

»Französische Sprengung«

Zu Füßen des Bergfrieds und vor allem am nördlichen Hang des Tombergs liegen die Trümmer seiner Sprengung. Diese Sprengung des Turmes wird vor allem den Truppen des Herzogs von Jülich zugesprochen, soll also während oder kurz nach der Belagerung 1473 erfolgt sein.

In dem Grabungstagebuch von Prof. Janssen (1968) wird eine »Französische Sprengung« erwähnt. Kann es also sein, dass der Turm bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch gestanden hat?

Steinbrüche

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Anstehender Basalt am Tomberg.
(© Andreas Herrmann)

Nach ihrer Zerstörung wurden die fertig behauenen Steine wertvolles Baumaterial für verschiedene Gebäude vor allem in Wormersdorf, z.B. für die Kirche im Ortsteil Ipplendorf. Aber auch der am Tomberg anstehende Basalt (Foto: rechts) wurde auf Ost- und Westseite kommerziell abgebaut. Auch zu diesen Steinbrüchen gibt es kaum Informationen, geschweige denn Fotos, die vielleicht Betriebsgebäude, die Arbeiten selber oder den Abtransport des gebrochenen Steines zeigen.

Westliches Erdwerk

Umrundet man den Tomberg auf seiner westlichen Seite beginnt an einer Wegkreuzung ein Erdwerk, bestehend aus zwei Wällen mit dazwischenliegendem Graben, das in großem Bogen in südwestliche Richtung verschwenkt. Alter, Herkunft und Funktion sind unbekannt?

Tunnel

Ende des 19. Jahrhunderts wurden bei Arbeiten im westlichen Steinbruch ein Gang entdeckt, der vom Brunnenschacht in südliche Richtung verläuft und sich auf halber Höhe gabelt. Zugang, Verlauf und Länge sind heute nicht mehr zu ermitteln. Nach den noch erhaltenen archäologischen Befunden ist es jedoch naheliegend, dass der Zugang zur Burg von westlicher Seite aus erfolgte; seine Lage läßt sich kaum noch rekonstruieren.
Wenn Sie einen Hinweis haben, freue ich mich über Ihre Nachricht:
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