Forschung

Fragen – Ansätze – Methoden

In der Tomburg-Forschung wird im Sinne einer ›Biographie der Dinge‹ die Perspektive des Tombergs und seiner Burg eingenommen und gefragt, welche Entwicklungen und Ereignisse waren für ihn wegweisend und prägend? Welche Akteure waren dort wann, warum und wie aktiv? Diese biographische Betrachtung aus der Sicht des Berges führt entlang des Zeitstrahls von seiner Entstehung vor ca. 65 Mio. Jahren bis in heutige Tage. Mit der Veröffentlichung einzelner Aspekte auf dieser Reise werden Fenster in die Geschichte geöffnet und erlauben einen mehr oder weniger detaillierten Einblick in die Lebenswelten der jeweiligen Zeit, je nach dem Stand des historischen Wissens.

Die Initiative ›Tomburg-Forschung‹ hat folgende Schwerpunkte:

  • Geschichte
    Die Erforschung und Aufklärung historischer Ereignisse ist eines der Ziele dieser Initiative. Die wechselnden Herren der Tomburg prägten über viele Jahrhunderte die Geschicke des Tombergs. Sie haben mit dem Bergfried eine noch heute über viele Kilometer hin sichtbare Landmarke hinterlassen, die die strategische Bedeutung dieses Berges erahnen lässt. Der Tomberg hat aber auch andere Rollen gespielt: möglicherweise als Heiligtum keltischer Ur-Religion, militärischer Aussichtspunkt des römischen Heeres, Stammsitz der Ezzonen und Sitz der Pfalzgrafschaft, Wohn-/Verwaltungssitz der Herren von Tomburg bis zu der Zerstörung 1473, danach Mitgift über mehrere Generationen und Familien, als Rohstoffquelle lieferte er fertig behauene Bausteine und Basalt. Darüber hat er seine Burggebäude fast vollständig verloren. Letztendlich wurde er unter Schutz gestellt: seine Anerkennung als Baudenkmal, Bodendenkmal und Naturschutzgebiet verhindern trotzdem nicht die weitere Zerstörung des kulturellen Erbes. Das kulturelle Echo in Folge der Zerstörung äußert sich in einer Vielzahl von Erzählungen, Gedichten, dem ›Tomburg-Lied‹, Sagen und Kunstwerken. Viele Menschen verbinden lieb gewonnene Erinnerungen mit der Tomburg. Deren Erzählungen sind ›Geschichten der Geschichte‹ und werden im Sinne einer ›oral history‹ gesammelt und – wenn möglich – publiziert.
  • Archäologie
    Die Initiative setzt sich ein für die Erforschung, Sicherung und Sichtbarmachung durch substanzerhaltende Massnahmen für die materielle Hinterlassenschaft. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit der Eigentümerin bzw. Unteren Denkmalbehörde Stadt Rheinbach und den Behörden der Bau- und Bodendenkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) – Obere Denkmalbehörde. Bisheriger Höhepunkt ist die in den Jahren 2017/2018 mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durchgeführte Sanierungsmassnahme.
    Einzelmassnahmen unterschiedlicher Größenordnung und Themenstellung werden konzipiert und vorgeschlagen.
    Diese Ziele sind zudem in der LinkInt Satzung des Freundeskreises Tomburg e.V. fest geschrieben.
  • Veröffentlichungen
    Ergebnisse werden in verschiedenen Formaten veröffentlicht. Besondere Bedeutung dabei haben diese Seiten der Tomburg-Forschung: eine Kombination aus Blog, klassischer Webseite und Newsletter. Hinzu kommen: Veröffentlichungen im Print-Bereich, Vorträge und Führungen. Erfreulich sind die Veröffentlichungen auch der regionalen Presse (General-Anzeiger Bonn / Kölner/Bonner Rundschau. Sie belegen die regionale Bedeutung der Tomburg als Element unserer Kulturlandschaft.
  • Fürsprecher von Burg und Berg
    Der gemeinnützig anerkannte LinkInt Freundeskreis Tomburg e.V. bildet eine organisatorische Plattform für alle Akteure, die sich für die Erforschung, Erhalt und Pflege der Tomburg einsetzen. Einzelne Forschungsinititativen werden unterstützt. Die Akquise von Fördermitteln wird angestrebt.
     

Offene Fragen und kleine Rätsel – eine Auswahl

»Französische Sprengung«

Zu Füßen des Bergfrieds und vor allem am nördlichen Hang des Tombergs liegen die Trümmer seiner Sprengung. Diese Sprengung des Turmes wird vor allem den Truppen des Herzogs von Jülich zugesprochen, soll also während oder kurz nach der Belagerung 1473 erfolgt sein.

In dem Grabungstagebuch von Prof. Janssen (1968) wird eine »Französische Sprengung« erwähnt. Kann es also sein, dass der Turm bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch gestanden hat?

Steinbrüche

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Anstehender Basalt am Tomberg.
(© Andreas Herrmann)

Nach ihrer Zerstörung wurden die fertig behauenen Steine wertvolles Baumaterial für verschiedene Gebäude vor allem in Wormersdorf, z.B. für die Kirche im Ortsteil Ipplendorf. Aber auch der am Tomberg anstehende Basalt (Foto: rechts) wurde auf Ost- und Westseite kommerziell abgebaut. Auch zu diesen Steinbrüchen gibt es kaum Informationen, geschweige denn Fotos, die vielleicht Betriebsgebäude, die Arbeiten selber oder den Abtransport des gebrochenen Steines zeigen.

Westliches Erdwerk

Umrundet man den Tomberg auf seiner westlichen Seite beginnt an einer Wegkreuzung ein Erdwerk, bestehend aus zwei Wällen mit dazwischenliegendem Graben, das in großem Bogen in südwestliche Richtung verschwenkt. Alter, Herkunft und Funktion sind unbekannt?

Tunnel

Ende des 19. Jahrhunderts wurden bei Arbeiten im westlichen Steinbruch ein Gang entdeckt, der vom Brunnenschacht in südliche Richtung verläuft und sich auf halber Höhe gabelt. Zugang, Verlauf und Länge sind heute nicht mehr zu ermitteln. Nach den noch erhaltenen archäologischen Befunden ist es jedoch naheliegend, dass der Zugang zur Burg von westlicher Seite aus erfolgte; seine Lage läßt sich kaum noch rekonstruieren.
Wenn Sie einen Hinweis haben, freue ich mich über Ihre Nachricht:
EMail info{at}tomburg-forschung{Punkt}de