Aufräumen auf dem Burgplateau

V.l.n.r.: Marios, Sebastian, Martina Zavelberg-Pütz, Jürgen Reins, Hans Gerd Paffenholz, Joachim Paul (Foto: M. Zavelberg-Pütz).

Am 2. Juni und am 4. August haben sich – nach Absprache mit dem zuständigen Förster, Herrn Tölle – Mitglieder des Freundeskreises und zwei Helfer zu einer Aufräumaktion auf dem Burgplateau getroffen, um das Totholz auf Wegen und Plätzen zu beseitigen.1)

Wie ist es dazu gekommen?

Im Mai hatten Waldarbeiter des Forstamtes zahlreiche Bäume entlang des Aufweges und auf dem Burgplateau gefällt. Dies geschah nach Auskunft von Herrn Tölle zur Gefahrenabwehr. Denn wie in anderen Teilen des Waldes ist auch am Tomberg die Standfestigkeit der Bäume bzw. die Stabilität ihrer Kronen teilweise nicht mehr ausreichend gegeben. Durch die durchgeführten Fäll- und Sägearbeiten wurde die Verkehrssicherheit wieder hergestellt.

Stämme und Kronen wurden jedoch zumeist an Ort und Stelle liegen gelassen und nur dort beiseite gezogen, wo sie z.B. den Aufweg komplett versperrten. Dies deckt sich mit der am Tomberg praktizierten Form der Waldbewirtschaftung. Das Holz soll an Ort und Stelle zu ›Totholz‹ werden, um im Sinne der ökologischen Vielfalt Insekten und anderen Kleintieren ein Habitat zu bieten.

Dies hat jedoch auch Nebenwirkungen. Eine Vielzahl an Stämmen und Kronen liegen wie vergessen kreuz und quer. Insbesondere Kinder und Jugendliche nehmen den gesamten Hang als Abenteuerspielplatz wahr und nutzen ihn auch als solchen. Es ist scheinbar egal, wie man nach oben kommt – gerne auch über Stock und Stein und durch die an sich schützenswerten Flächen. Denn eine Einfassung des Aufweges zur Besucherlenkung fehlt.
Auf dem Burgplateau waren sogar bereits etablierte Wege durch querliegende Stämme versperrt. Für alle, die gerne ein Lagerfeuer entfachen, fand sich in den Baumkronen ideales Anmachholz, handgerecht bereit gelegt. Nicht nachvollziehbar ist auch das Zersägen von Baumstämmen in der Länge eines Haubockes, aber auch in kamingerechte Stücke, die nur noch in Scheite zerhackt werden müssten. Dies macht insgesamt einen verwahrlosten Eindruck.

Der Freundeskreis plädiert seit langem für eine Aufwertung des Hangbereiches und vor allem des Burgplateaus. Insbesondere das Burgplateau sollte nicht mehr als ›Totholzgebiet‹ behandelt werden, sondern für Besucher sollte die ›pflegende Hand‹ deutlich erkennbar sein.
Im Hangbereich spricht nichts gegen Totholz. Dann muss aber der Aufweg gegenüber dem Naturschutzbereich durch ein stabiles Geländer abgegrenzt sein. Der Aufweg wird dann als Brücke wahrgenommen, über die Besucher das Naturschutzgebiet durchqueren, um auf das Plateau zu gelangen. Idealerweise finden sie auf der Lichtung eine Informationstafel, die über die ökologische Funktion der Hangbereiche informiert.
So wie es bisher gehandhabt wird, führt das Ergebnis zu empörten Nachfragen von Bürgerinnen und Bürgern.

Das Wegekonzept des Freundeskreises liegt der Stadt Rheinbach seit längerem vor und zeigt auf, wie Denkmal- und Naturschutz mit Naherholung und Freizeit in Einklang gebracht werden können; kurz gefasst:

  • Geländer auf dem Burgplateau mit standortgerechter Möblierung (Sitzquader) erhöhen die Aufenthaltsqualität und machen das Denkmal zugänglich für Geschichtsinteressierte;
  • Instandsetzung des Aufweges von der Lichtung bis zum Plateau, Geländer lenken die Besucher durch das ökologisch wertvolle Naturschutzgebiet im Hang;
  • Eindeutige Vorgaben der Stadt an das zuständige Forstamt zur Pflege von Plateau und Aufweg.

Das Konzept für den Tomberg können Sie hier nachlesen:
LinkInt »Verkehrssicherheit an der Tomburg: Gefährdungsabschätzung – Wegekonzept«

Aktion am 2. Juni 2020

Aktion am 4. August 2020

1 Dies ist nicht zu verwechseln mit einer ›Rückschnittaktion‹, die wir gemäß den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes nach dem 1. Oktober 2020 durchführen werden.