Tätige Mithilfe – 16.-18. März 2018 + Absage +

Vielen Dank an alle, die sich bereits für unsere Aktion angemeldet haben. Leider hat das Wetter uns nun doch einen Strich durch die Rechnung gemacht: Freitag: Regen, am Samstag sogar Schnee bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und das ganze bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 80-90%.
Kurzum: ich muss die Veranstaltung leider absagen und informiere Sie erneut, wenn eine neue Aktion möglich wird.

Tätige Mithilfe – 16.-18. März 2018: Fundamente freilegen

Die 1968 ergrabenen Fudamente der Wirtschaftsgebäude werden für ihre Aufmauerung vorbereitet.

Wenn die Vorhersage zutrifft, ist das Wetter am kommenden Wochenende bestens geeignet für die geplante Aktion im Rahmen der ›Tätigen Mithilfe‹ des Freundeskreises: anhand der Grabungsdokumentation von 1968 werden die Fundamente der Wirtschaftsgebäude soweit frei gelegt, um sie auf die geplanten 40 cm aufmauern können. Nach der archäologischen  Untersuchung wurden sie damals mit Abraum verschüttet. Wir werden folglich keine neuen Befunde anschneiden und lediglich die Verfüllung von 1968 behutsam entfernen. Teilweise schauen die Mauerzüge bereits aus dem Boden heraus, die meisten Mauerabschnitte liegen aber unter einer Deckschicht, die wir entfernen und an einer Stelle als Abraum sammeln. Der biologische Abraum (Wurzeln etc.) kann am Hang abgelegt werden. Entsprechend der kleinteiligen und schonenden Arbeitsweise wird lediglich übliches Gartengerät benötigt: Hacke (kurzstielig), Schaufel, Spaten, grober Handbesen, Eimer, Knieschutz. Proviant bringe jeder nach eigenem Bedarf mit. Die Details werden vor Ort erklärt. So arbeiten wir uns Mauerabschnitt für Mauerabschnitt voran.

  • Freitag, ab 1o Uhr: Vorbereitende Arbeiten und Beginn;
  • Samstag, d.  17. März 2018: ab 9 Uhr können Sie in einem für Sie passenden Zeitfenster dazu kommen;
  • Sonntag, ab 1o Uhr: Zeitreserve.

Wenn Sie sich an der Aktion beteiligen möchte, bitte ich um eine kurze Nachricht, zu welchen Zeiten Sie dabei sein können: EMail info{at}tomburg-forschung{Punkt}de

Sanierung im Luftbild – ein Überblick zum Stand der Dinge – Unterstützung durch den Freundeskreis Tomburg

Die vergangenen zwei Wochen waren ungewohnt frostig – so frostig, dass Mörtel nicht weiter verarbeitet werden konnte und zuletzt auch die Stemmarbeiten nicht fortgesetzt werden konnten. Die Steingewinnung musste eingestellt werden, weil durch die anhaltende starke Kälte die Feuchtigkeit der Luft in den Druckluftschläuchen kondensierte und diese zufroren. Abgesehen davon war die Witterung für die arbeitenden Menschen zu gefährlich geworden. Morgen nun soll es weiter gehen, denn die Frostperiode ist überstanden und auch die 14-Tage-Wetterprognose verspricht Temperaturen über dem Gefrierpunkt.

Der Beginn des Frühlings und die Neustart der Arbeiten ist es ein guter Zeitpunkt für einen Überblick zu den Arbeiten an der Tomburg. Dies ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die folgenden Luftbilder zeigen die Baustelle in einer Schräg- und nahezu vertikalen Ansicht. Florian Wagner von der LinkExt Full-Service-Werbeagentur ›fingomedia‹ hat beide Fotos zur Verfügung gestellt, die auf einem Testflug einer neuen Drohne entstanden – herzlichen Dank dafür.

Das folgende Luftbild zeigt den Bauabschnitt mit dem ersten der beiden Ziele dieser Massnahme, hier vorrangig die Sicherung vorhandener Bausubstanz aus dem 15. Jh. und der Aufmauerungen aus den 1970er Jahren. Folgende Arbeitsschritte sind nun:
a) das Ausräumen der Mauerfugen (erodierter Zementmörtel mit zu geringer Flankenhaftung),
b) gefolgt von bündigem Füllen der Fugen mit Spritzmörtel,
c) abschließend erhalten die Mauern eine am Rand überstehende Mauerkrone mit Tropfkante als Schutz vor eindringender Feuchtigkeit und Stabilisierung.

Die Spritzbetonmauer verläuft exakt auf der ehemaligen äußeren Umfassungsmauer der Tomburg und sichert nun den oberhalb liegenden Bereich. Ohne sie würde sich der Prozess fortschreitenden Substanzverlustes weiter fortsetzen und auch die gerade gesicherten Bereiche gefährden (Informationen zu Befund und Konstruktion in LinkExt Bautagebuch: 3 Monate Bauzeit unter dem Stichwort ›Sicherung‹). Diese Einzelmaßnahme wurde abgestimmt mit der Oberen Denkmalbehörde (LVR) und der Stadt Rheinbach umgesetzt.

Die Themen der Sanierungsmaßnahme 2017/2018 zeigen sich von rechts oben nach links unten: 1. neben dem Bergfried zwei große Trümmerbrocken, aus denen Steine gewonnen werden, 2. in der Bildmitte die noch mit Folie abgedeckten Mauerzüge und 3. am unteren Rand die im Felsen verankerte Spritzbetonmauer zur Sicherung der darüber liegenden Mauerzüge. Sie verhindert, dass sich die Rutschbewegung fortsetzt. (Luftbild mit freundlicher Genehmigung von Florian Wagner, fingomedia GbR, Gelsdorf)

Zum Zeitpunkt der zweiten Aufnahme stand die Drohne nahezu senkrecht über der Baustelle.

In der rechten Bildhälfte, zwischen Bergfried und dem oberen Bildrand liegt rechts der Trennmauer der Bereich mit dem vorrangigen Ziel der Sichtbarmachung von Grundmauern vorgelagerter Wirtschaftsgebäude. Damit wird zugleich die noch wenig vorhandene Bausubstanz aus dem 15. Jh. gesichert. Als Vorarbeiten ist hier zunächst eine dünne, zumeist nur handbreit dicke Schicht aus Erde mit Wurzeln zu entfernen. Danach können die Grundmauern wie geplant ca. 40 cm hoch gemauert werden.

Es ist geplant, das Entfernen der Deckschicht über den Freundeskreis in Eigenleistung zumindest zu untestützen. Wir würden uns hierzu an einem Wochenende auf der Burg treffen. Sollten Sie Interesse haben, freue ich mich über eine kurze Nachricht. Genauere Informationen zu Termin und Vorgehensweise erhalten Sie separat.

Vom linken Ende (Westseite) der Spritzbetonwand verläuft die Abbruchkante zum Steinbruch in Bögen auf den unteren Bildrand zu. In eine Ausbuchtung oberhalb der Bäume liegt die Treppe auf einer Felsnase auf, die eine Wegeverbindung zu einem tiefer liegenden Teil im Befund dokumentiert. Hieraus ergibt sich auch ihre hohe Bedeutung für die Gesamtanlage und legt nahe, die Aussenwange der Treppe und die noch vorhandenen Stufen zu sichern.

Die links oben gut erkennbare Spritzbetonmauer folgt dem Verlauf der Innenkante der äußeren Umfassungsmauer. Links endet sie an der Abbruchkante; rechts von ihr ist die Innenkante der Umfassungsmauer bis an den Rand der frei gelegten Mauerzüge im Befund nachweisbar. Am rechten Ende der Spritzbetonwand zeigt sich im Befund sogar die Außenkante der Umfassungsmauer und dokumentiert die Breite dieses wuchtigen Bauteiles von 1,8 m. (Luftbild mit freundlicher Genehmigung von Florian Wagner, fingomedia GbR, Gelsdorf)

Das Vorhaben, den Brunnen der Tomburg zu untersuchen, ist außerhalb der Sanierungsmaßnahme 2017/2018 als getrennte Maßnahme zu betrachten; der General-Anzeiger-Bonn berichtete u.a. in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Verteidigungsmauer der Rheinbacher Tomburg wird gesichert«. Ich konnte – wie angekündigt – mit Herrn Müller-Storp vom THW-Bonn die Maßnahme vor Ort auf der Tomburg erörtern. Sie erscheint prinzipiell machbar, erfordert aber im Einzelnen weitere Abstimmung insb. mit der Stadt Rheinbach.

Schon jetzt wird deutlich, dass der ehrenamtliche Anteil wahrscheinlich höher ausfallen muss. Idealerweise findet sich ein Gerüstbauer, der die Brunneneinfassung frei stehend einrüstet, um eine Arbeitsplattform und Aufhängung für die Seilwinden zu bekommen. Wahrscheinlich wird diese Maßnahme an einem Samstag im April stattfinden – eine konkrete Bestätigung steht allerdings noch aus. Sollten Sie eine Möglichkeit sehen, den Freundeskreis bei dieser Maßnahme zu unterstützen bitte ich um eine kurze Nachricht.

Tomburg-Täfelchen

Ein Luftbild der Tomburg, gedruckt auf Milchschokolade (Foto: Andreas Herrmann).

Die Tomburg hat es auf Schokoladentäfelchen geschafft: das Luftbild zeigt den Bergfried nach seiner statischen Sicherung mit Mauerring Anfang der 1970er Jahre.

Die Täfelchen sind einzeln erhältlich im
LinkExt ›Rheinbacher Tee- und Feinkostkontor‹ bei Petra Gurk oder als Geschenkset zusammen den Motiven St. Martin, Wasemer Turm, Hexenturm und einem Blick über die Stadt.

Bautagebuch: Spritzbeton-Stützmauer im Fels verankert

Die im LinkInt ›Bautagebuch‹ v. 29.12.2017 beschriebene  Stützmauer aus Spritzbeton wurde im Januar fertiggestellt. Nachdem zu Beginn eine Schicht aus Spritzbeton mit Stahlarmierung aufgebracht worden war, wurden vier Bodenanker durch die Reste der mittelalterlichen Umfassungmauer und Bauschutt hindurch bis in den gewachsenen Fels hinein getrieben. Nach 60-70 cm Spritzbeton und weiteren ca. 2-3 m Bauschutt und anderen Materialien stieß der Bohrkopf ab etwa drei Metern auf anstehenden Basalt des Tombergs. Nach 2,70 m weiteren Vortrieb wird durch das hohle Bohrgestänge dünnflüssiger Zement eingepreßt, der durch die Löcher im Bohrkopf austritt und sich durch Spalten und Klüfte in der Felsstruktur verteilt und aushärtet (›Injektionsverdübelung‹).
Für den Vortrieb des Bohrgestänges wurde für einige Tage eine Spezialmaschine ausgeliegen – hier in Aktion zu sehen (Video: Andreas Herrmann).

Das herausstehende Ende der Bohrstange wird passend gekürzt, so dass eine tellerförmige Kalottenplatte angeschraubt und in einem Bewehrungskorb mit Spritzbeton eingegossen wird. Eventuell auftretende Kräfte durch das lockere Material hinter der Stützmauer werden auf das gesamte Bauteil der Stützmauer übertragen und durch die Bodenverankerung aufgefangen.
(Technische Details zur hier angewendeten Geotechnik finden Sie bei der LinkExt Friedrich Ischebeck GmbH).

Als Abschluss dieser substanzerhaltenden Einzel-Maßnahme ist es beabsichtigt, die sichtbare Betonfläche mit Bruchsteinen zu verkleiden, um eine denkmalangepaßte Gestaltung zu erreichen. Die Einzelheiten der Bauausführung werden derzeit mit den Denkmalbehörden geplant.

(Fotos: Andreas Herrmann)

»Suche nach dem Geheimnis des Brunnens«

Axel Vogel berichtet im General-Anzeiger Bonn über die laufenden Sicherungsmaßnahmen und den neu gegründeten Freundeskreis:
– in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Verteidigungsmauer der Rheinbacher Tomburg wird gesichert« und
– in der Druckausgabe »Suche nach dem Geheimnis des Brunnens – Die Sicherungsarbeiten auf der Tomburg gehen in die entscheidende Phase. Beton und Stahl im Fels.«
(General-Anzeiger-Bonn v. 25.01.2018)

›Freundeskreis Tomburg‹ als gemeinnützig anerkannt

Liebe Leserinnen und Leser,
zunächst einmal wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2018, das für unseren neu gegründeten Verein mit einer guten Nachricht begonnen hat: mit Bescheid vom 2. Januar 2018 hat das Finanzamt Sankt Augustin die Gemeinnützigkeit anerkannt.
Somit erwarten wir nur noch die Eintragung in das Vereinsregister. Wenn diese vom Amtsgericht bestätigt wurde, führt der Verein den Zusatz ›e.V.‹ und ist nach eingerichteter Bankverbindung in vollem Umfang ›geschäftsfähig‹. Erst dann können wir auf den LinkInt Seiten des Freundeskreises ein Beitrittsformular mit allen notwendigen Daten veröffentlichen.

Bautagebuch: 3 Monate Bauzeit

Anhaltende ergiebige Niederschläge führten im Dezember dazu, dass der Boden nicht mehr befahrbar war. Daher wurde frischer Schotter zur Befestigung aufgebracht. (Foto: Andreas Herrmann)

Zur Zeit ist es still auf der Burgbaustelle: letzter Arbeitstag vor den Feiertagen war der 21.12.2017; am 8. Januar 2018 werden die Arbeiten fortgesetzt.
Im Laufe des Dezember wurde das Wetter bei sinkenden Temperaturen immer schlechter: neben den Feiertagen und dem Jahreswechsel ein guter Grund für eine Baupause. Somit ist dies auch ein guter Zeitpunkt, um im Sinne des ›Bautagebuches‹ das bisher Erreichte in zwei Abschnitten zusammen zu fassen.

Übersichtskarte zum Stand der Arbeiten: gelb/orange markiert sind aufgemauerte Bereiche. M16 und M17 bilden zusammen den Bereich der Umfassungsmauer, der derzeit mit Spritzbeton gesichert und danach durch eine Bruchsteinmauer verblendet wird.

Bausubstanz aus den 1970er Jahren

Die gelb/orange markierten Bereich gehören zu Mauerzügen, die schon einmal in den 1970er Jahren aufgemauert worden waren. Sie wurden nunmehr erneuert, M13 sogar bis kurz vor die Umfassungsmauer (M16) in ihrem Verlauf neu hoch gemauert, also wieder sichtbar gemacht. Als nächstes werden die noch offen liegenden Fugen bis an die Oberfäche der Steine bündig geschlossen und die Oberseite der Mauern mit einer witterungsbeständigen Mauerkrone versehen. Bis es soweit ist, sind sie durch Folien abgedeckt. Vor der neuen Verfugung werden auch in den nicht markierten Bereichen noch kleinere Reparaturen ausgeführt, alle Fugen abschließend gereinigt und eventuell noch vorhandenes loses Fugenmaterial entfernt.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Umfassungsmauer

Der in der Übersichtskarte dunkelgrün markierte Abschnitt der ›Umfassungsmauer‹ entwickelte sich im Laufe der Untersuchung zu einem kleinen Projekt im Projekt. Die Sicherung dieses Mauerabschnittes ist nicht nur wichtig, um dieses Burgelement zu erhalten, sondern auch als substanzerhaltende Massnahme für angrenzende Bereiche. Denn die Lauffläche im Bereich der M17 (s.o.) liegt heute ca. 3-4 m tiefer als die Lauffläche zwischen den Mauern M13, M14 und M15. Dieser Höhenunterschied ist bedenklich: sollten die derzeit vorhandenen dünnen Reste der M16 nachgeben, droht ein Abrutschen des Füllmaterials zwischen den Mauern in den oberen Bereichen. Es gäbe ›kein Halten mehr‹.

Befund

Links oben verläuft die Außenkante der Umfassungsmauer M16. Davor gesetzt war eine 2,3 m breite Stützmauer M17. (Quelle: Walter Janssen: Stützmauer M17 Aufsicht, Mst. 1 : 20, Blatt 16 v. 12.06.1968. In: LVR-RAB: Ortsakte 0295/002

Das Archivmaterial zur Ausgrabung von 1968 enthält leider keine Fotos, die den Aufbau der Umfassungsmauer zeigen, so dass wir auf die schriftlichen Notizen von Dr. Janssen angewiesen sind: »Im Osten schließt der (…) Bau unmittelbar an die Umfassungsmauer des oberen Burgplateaus, M16, an. Diese Umfassungsmauer war durchschnittlich 1,80 m breit. Ihre Kanten wurden durch sorgfältig aufgemauerte Kalksteinplatten sowie Basaltplatten gebildet. Im Inneren der Mauer wurde wiederum kleineres Steinmaterial, durchweg Basalt, unter Verwendung von viel Mörtel benutzt. Man kann also auch diese Umfassungsmauer im strengen Sinne als eine Schalenmauer auffassen.«
(Quelle: Walter Janssen: Die Tomburg bei Rheinbach, Lkr. Bonn. In: Chateau Gaillard IV, Gent 1968)

Es existiert noch eine Befundskizze, die auf der Hangseite von M16 eine zusätzliche Stützmauer (M17) zeigt. Sie hat immerhin eine Breite von rd. 2,3 m. Janssen hat sie „bis zu 9 Steinlagen hoch freigelegt.“ Heute ist sie nicht mehr im Gelände zu erkennen.

Im heutigen Befund konnte die erwähnte Stützmauer (noch) nicht nachgewiesen werden. Von der Außenschale der Umfassungsmauer wurden wenige Steinlagen fest gestellt und vor den Sicherungsmassnahmen zunächst schützend abgedeckt.

Das Panorama wurde aus mehreren Aufnahmen zusammen gesetzt und zeigt den Zustand nach der vorbereitenden Reinigung vor dem Auftragen des Spritzbeton. Die Außenschale der Umfassungsmauer und das Füllmauerwerk sind bis auf ca. 40 cm an die Innenschale heran abgegangen; ca. 2 m nach Osten hin fehlt auch diese und man blickt in das offene Erdreich. Der gelbe Schlauch am oberen Bildrand markiert die heutige Lauffläche. Erkennbar werden einzelne horizontal verlaufende Steinlagen und Mörtelschichten. Am unteren Bildrand liegt der gewachsene Fels, auf dessen sehr unregelmäßige Oberfläche die Mauer gesetzt wurde.

Aufschluss der Umfassungsmauer auf der Tomburg.

Die Skizze zeigt den linken Abschnitt des Aufschlusses mit einer deutlich erkennbaren Schichtung, die allerdings durch fortschreitende Erosion insgesamt bereits nach vorne unten, auf den Betrachter zu, geneigt ist. Auch die horizontale Lagerung ist sehr gestört, dennoch lässt sich folgende Schichtenfolge in folgenden Dicken erkennen:

  1. 20-40 cm: humose durchwurzelte Schicht (braun).
  2. ca. 50 cm: großformatige Platten und Blöcke (rot). An der Unterseite des linken der beiden größten Blöcke haftet eine etwa 1 cm dicke Schicht Mörtel an. Diese könnten zu weiter aufgehendem Mauerwerk gehört haben.
  3. 70-80 cm: im Wechsel links-rechts geneigtes, kleineres Material (blau / türkis). Der Unterschied zu der Schicht darüber ist extrem. Das Füllmauerwerk ist hier als ›opus spicatum› ausgeführt (›Ährenwerkvon lat. spica = Ähre): in Lagen hochkant abwechselnd schräg gegeneinander versetzt angeordnet ergibt sich ein ährenbzw. fischgrätenartiges Muster. Diese Bauweise war schon in der Antike bekannt und wurde auch im Mittelalter angewendet. Angefüllt mit reichlich Mörtel können durch unterschiedliche Neigungswinkel mit unterschiedliche großen Steinen dennoch Schichten  gleicher Höhe erreicht werden. So konnte auch Steinmaterial verarbeitet werden, dass sich für eine waagerechte Vermauerung nicht eignet. Zudem ermöglichte diese Bauweise prinzipiell die Einsparung von Material und erzielte einen gewissen vertikalen Druckausgleich, allerdings mit dem Nachteil, dass das Mauerwerk häufig einem seitlichen Schub ausgesetzt war. An den Übergängen zwischen Füll- und Schalenmauerwerk kam es daher oft zur Bildung von Rissen. Die schräg gestellten Steine sind hier an ein paar Stellen durch größere Blöcke ergänzt, die ursprünglich der Struktur mehr Halt gegeben haben.
    In den Verband eingefügt fand sich das Fragment einer römischen Dachziegel (in der Skizze mit ›R‹ gekennzeichnet).
  4. Darunter bis zum gewachsenen Fels ist der Mauerverbund weitestgehend zerfallen. Erkennbar bleiben Mörtelanhaftungen und -brocken. Die Baumeister haben den sehr unregelmäßigen Untergrund mit Vertiefungen und hoch stehenden Felsnasen genutzt, um den Fundamenten Stabilität zu verleihen. Teilweise sind Felsvorsprünge, die erkennbar aus dem Aufschluss heraus ragen, z.B. in dem Panoramabild rechts der Bildmitte unterhalb der vertikalen Abbruchkante.

Dies deckt sich mit einem Grabunsgergebnis von  Janssen: „(…) fundführende Schichten wurden (…) bis zu einer durchschnittlichen Tiefe von 7 m unter der alten Oberfläche ausgehoben. Dann zeigte sich der in großen Zacken und Blöcken anstehende gewachsene Basaltfelsen. (…) Der Zweck der massiven Auffüllung von mindestens 5 m Schutt bestand darin, für die jüngerer Bebauung ein neues Niveau zu schaffen. Man glich so die durch die natürlichen Felsen gegebenen Unebenheiten aus und schuf für die Bauten des 14. Jahrhunderts ein einheitliches Bauniveau. (…) Der Schutt selbst enthält die Reste früherer Bebauungszustände, ohne daß er die Möglichkeit geboten hätte, konstruktive Details dieser früheren Bebauung wieder aufzufinden.“
(Quelle: Walter Janssen: Die Tomburg bei Rheinbach, Lkr. Bonn. In: Chateau Gaillard IV, Gent 1968)

Auf die Umfassungsmauer übertragen blicken wir von der Seite auf die beschriebene Schichtenabfolge: eine Schuttschicht auf gewachsenem Fels, darüber eine Ausgleichsschicht ›opus spicatum›, auf die das Bauwerk aufgesetzt wurde, hier die Umfassungsmauer. Wenn dem so ist, wäre die Umfassungsmauer spätestens im 14. Jh. entstanden.

Bis auf das erwähnte römische Dachziegelfragment fanden sind keine Einzelfunde, aus denen sich Hinweise auf eine Datierung ableiten ließen. Das ›opus spicatum› selber wurde häufig im 11.-13. Jh. angewendet. Dieser Zeitraum passt in den Gesamtbefund, kann aber noch nicht als gesichert gelten.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Sicherung

Prinzipskizze: eine durch Bodenanker gesicherte Stützmauer leitet seitliche Druckkräfte in den Boden ab.

Die nebenstehende Skizze (links) zeigt das Prinzip der Sanierungsmassnahme: eine mit bis zu 6 m langen Bodennägeln verankerte Stützmauer leitet die Kräfte in den Boden ab und verhindert das weitere Abrutschen in den Steinbruch. Um drückendem Niederschlagswasser das Abfließen zu ermöglichen, wird ergänzend eine Drainage eingebaut.

Die Stützmauer wird mit beschleunigtem (schnell härtendem) Spritzbeton in Schichtdicken von ca. 25-200 mm aufgebaut. Der trockene Beton wird pneumatisch von der Lichtung am Fuß des Tomberges in einem Schlauch nach oben gefördert. In einer Mischdüse wird er vor dem Austritt mit Wasser gemischt und unter hohem Druck ausgestoßen. Dies ermöglicht das flächenartige Aufbringen bei gleichzeitiger Verdichtung durch den in der Spritzdüse entstehenden Druck.

Die Stützmauer wird mit Spritzbeton aufgebaut (blau), mit Stahlmatten armiert (rot) und durch Bodennägel im Untergrund (grün) verankert (Quelle: B. Stiewe).

Die freundlicherweise von Herrn Stiewe (SHB) bereit gestellte Skizze (rechts) verdeutlicht das Prinzip der Sanierungsmassnahme an der Umfassungsmauer M16; die bisher erfolgten Arbeitsschritte sind in der unten stehenden Gallerie illustriert.

Wenn die Betonarbeiten beendet sind, soll vor den Sichtbeton ein Bruchsteinmauer errichtet werden. Es ist auch beabsichtigt, die Innenschale der Umfassungsmauer 40 cm über die heutige Lauffläche aufzumauern. Auch der Übergang vom Fuß der Betonmauer auf die heutige Lauffläche soll baulich gefasst werden, damit die Dimensionen dieser mächtigen Mauer für den Besucher erkennbar werden.

(Fotos: Andreas Herrmann)

›Freundeskreis Tomburg‹ am 1. Dezember 2017 gegründet

Dreizehn Gründungsmitglieder versammelten sich am 1. Dezember mit Bürgermeister Stefan Raetz im Himmeroder Hof in Rheinbach. Sie eint ein Ziel: der Tomburg soll geholfen werden. Die angestrebte nachhaltige, substanzerhaltende Pflege benötigt als organisatorische und finanzielle Basis einen gemeinnützigen eingetragenen Verein.
Mit Unterzeichnung der Satzung wurde der Verein gegründet; die Gründungsversammlung wählte den Vorstand, der sodann beauftragt wurde, die Eintragung in das Vereinsregister zu erwirken und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu beantragen.
Sie können sich schon jetzt über den Verein sowie seine Ziele und Tätigkeit informieren
LinkInt freundeskreis-tomburg.de informieren;
auch der Newsletter der ›Tomburg-Forschung‹ wird weiter über Aktivitäten und Entwicklungen rund um den ›Freundeskreis‹ berichten – Ihre E-Mail-Adresse wird nur zu diesem Zweck verwendet und nicht weiter gegeben.
Direkte Anfragen, Hinweise oder konstruktive Kritik richten Sie bitte an EMail info {at} freundeskreis-tomburg {Punkt} de

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