60 + 2: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Tomburgritter fördern Erhaltungsmaßnahmen

Nachdem die Stadt Rheinbach im Oktober 2016 einen Fördervertrag mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) geschlossen hatte, wurde heute in einem symbolischen Akt auf der Tomburg das Dokument von Herrn Vangerow (DSD-Ortsgruppe Bonn) an Herrn Bürgermeister Raetz übergeben . Mit dem Betrag von 60.000 € können die geplanten Maßnahmen ab April nächsten Jahres umgesetzt werden. Mit ihrer Unterschrift hat sich die Stadt Rheinbach zudem verpflichtet, eine Eigenleistung in gleicher Höhe aufzuwenden.

LinkExt DSD fördert die Burgruine Tomburg in Rheinbach

Vielen Dank an alle Beteiligten, die in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Informationen zusammen getragen, Einzelfragen geklärt und die Materialien genehmigungs- und zuwendungsfähig aufbereitet haben.

Die Tomburg-Ritter erschienen mit einer Gesandtschaft auf der Burg und stockten die DSD-Förderung um einen Betrag von 2.000 € auf – vielen Dank dafür!

LinkExt Tomburg-Ritter: Spenden für die denkmalgerechte Sanierung der Tomburg

Foto der Scheckübergabe vor dem Bergfried

Angelika Müller mit Bernd Michael Vangerow von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Jörg Schnebele mit den Tomburg-Rittern überreichen Bürgermeister Stefan Raetz symbolisch den Fördervertrag bzw. einen Scheck (© Andreas Herrmann).

Presseecho:

Bonner Rundschau v. 12.12.2016: LinkExt „Wahrzeichen Tomburg in Rheinbach wird saniert“

General-Anzeiger Bonn v. 13.12.2016: LinkExt „Mauerwerk der Tomburg-Ruine wird saniert“

rottenplaces – Magazin rund um verfallene Bauwerke, Denkmalschutz und Industriekultur v. 15.12.2016: LinkExt „Geld für dringende Restaurierung an Burgruine Tomburg“

Blickpunkt v. 20.12.2016: LinkExt „Hilfe für das Wahrzeichen Tomburg Ritter sanieren ihr ‚Zuhause‘ „

Plateau sichern – Burgreste erhalten

Mittlerweile wurden drei Arbeitspapiere zur Sicherung und dem Erhalt der Tomburg der Stadt Rheinbach als ›Untere Denkmalbehörde‹ vorgelegt. Die darin enthaltenen Vorschläge und Empfehlungen konkretisieren  konzeptionelle Überlegungen aus meinem Vortrag vom November 2014 im Ausschuß für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur, der hier bereits veröffentlicht wurde: LinkInt »Die Tomburg – Zustand und Substanzverlust«.

Beitrag 1: Das Plateaugeländer

Bestandsaufnahme des umlaufenden Geländers am Rand des Plateaus, notwendige Instansetzung und Empfehlungen zur Verlegung in Teilabschnitten.
LinkInt Zur Erneuerung des umlaufenden Plateaugeländers. Bestandsaufnahme – Kartierung – Mengengerüst

Beitrag 2: Bausubstanz aus dem 15. Jahrhundert

Bestandsaufnahme und Schadensbilder mit Empfehlungen zur Sicherung des sichtbaren Bestandes verbunden mit einer Sichtbarmachung bisher verborgener weiterer Befunde.
LinkInt Sicherung des sichtbaren Bestandes und Sichtbarmachung der Befunde. Bestandsaufnahme und Schadensbilder

Beitrag 3: Baumkartierung

Gräser, Büsche und Bäume im unmittelbaren Bereich des Denkmales gefährden den Bestand. Sie wurden nach Gefährdungspotential kartiert.
LinkExt Bäume im Bereich des Bodendenkmals

Erfahren Sie mehr… LinkInt Erhaltungsmaßnahmen: Vorschläge und Empfehlungen

Denkmalpflege, Naturschutz und Naherholung

Die Burg Hopfen bei Füssen gilt als die älteste Steinburg im Allgäu. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde sie – wie auch die Tomburg etwas später – als Steinbruch genutzt und die wertvollen behauenen Steine fanden ihre Zweitverwendung beim Umbau des Klosters St. Mang in Füssen. 1999 begann die Stadt Füssen mit Unterstützung durch LinkExt Dr. Zeune – Büro für Burgenforschung eine mehrjährige behutsame Sanierung, wie ich finde ein gelungenes Beispiel für eine Verbindung der Interessen von Denkmalpflege, Naturschutz und Naherholung.

Einige Details in der Ausführung geben Anstöße für die zukünftige Pflege und Entwicklung der Tomburg nach Abschluß der begonnen Sanierungsmassnahme. Sie ergänzen die theoretischen Ansätze des Vortrages LinkInt »Tomburg – Zustand und Substanzverlust« vom 20.11.2014 im LinkInt ›Ausschuss für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur‹ der Stadt Rheinbach.

 

Besucherführung

Der Aufweg zur Burg führt durch ein Naturschutzgebiet, das nicht auf Trampelpfaden durchquert werden sollte; auf dem Burggelände selber sollte nicht jeder Randbereich betreten werden. Geländer entlang der Wege führen die Besucher und schützen insbesondere Kinder bei der Erkundung. Dabei liegt es auf der Hand, dass Geländer und andere Hinweise immer wieder ignoriert werden, aber die Häufigkeit der Querfeldeinläufer sinkt. Mit zu diesem Thema gehört die Gestaltung der Wege, z.B. durch treppenartige Abstufungen auf steilen Abschnitten.

 

Information

Die Information der Besucher beginnt schon auf der Lichtung am Fuße der Tomburg zwischen dem Waldrand und dem Beginn des Aufweges. Hier stehen bereits zwei Schautafeln zu den Themen ›Geschichte‹ und ›Geologie‹. Vor Betreten der Anlage werden Eltern gebeten, auf ihre Kinder zu achten. Dieser Hinweis empfiehlt sich dringend für die Tomburg, z.B. am Beginn des Aufweges positioniert. Interessant ist die Ausführung der Schilder: Schriftzüge in Holz geschnitzt, farblich hervorgehoben und an der oberen Kante mit einem kleinen Zinkblechstreifen geschützt. Diese Schilder könnten selbst von Schulklassen angefertigt werden.

 

Bausubstanz

Hierzu nur einige wenige Fotos als Beispiele für die freizeitorientierte Nutzung.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Tomberg-Rundflüge

Schauen Sie mal:
Frank Schütteler fliegt rund um den Bergfried und zeigt von unten nicht erkennbare Details in spannenden Perspektiven;
Martin Merten zeigt die Schönheit des ›Tomberger Ländchens‹ im Frühsommer.
Für mich zur Zeit die schönsten Beispiele aus der zunehmenden Zahl an Quadcopter-Videos; Perspektive, Schnitt, Musik & Ton – sehr gelungen;
vielen Dank an die Piloten und Filmnachbearbeiter/-innen.

Rund um den Bergfried


(Quelle: LinkExt Frank Schütteler auf YouTube)

Das ›Tomberger-Ländchen‹ im Frühsommer


(Quelle: LinkExt Martin Merten auf YouTube)

Tomburg – neu möbliert – ein Nachtrag

Nur der Vollständigkeit halber sei hier an ein weiteres Beispiel für sinnlosen Vandalismus erinnert: Die im Herbst 2013 gestiftete edle Icon: interner Link Basalt-Sitzgruppe mit Tisch ist nach rd. eineinhalb Jahren komplett verschwunden.

Foto vom 6. März 2015 (© Andreas Herrmann)

Foto vom 6. März 2015 (© Andreas Herrmann)

Nach der Zerstörung im September 2014 (siehe auch LinkExt Bericht im General-Anzeiger Bonn) stand Mitte Februar 2015 nur noch ein Hocker an seinem Platz; einen Monat später war auch dieser verschwunden. Was bleibt ist ein Flecken hellgrauen Schotters; ein weiteres Zaunelement fehlt.

 

Die Tomburg im Ausschuß für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur

2014-11-27_ZustandUndSubstanzverlust-Folie1Hier finden Sie eine bebilderte Textfassung des Vortrages:
LinkInt »Tomburg – Zustand und Substanzverlust«.

Am 20. November 2014 wurde im ›Ausschuss für Standortförderung: Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur‹ auf Einladung der Stadt Rheinbach über den aktuellen Zustand, den kontinuierlichen Substanzverlust, aber auch über Perspektiven für Burg und Berg vorgetragen.

Der General-Anzeiger Bonn berichtet:LinkExt »Zahn der Zeit nagt an der Tomburg«.

Tomburg – noch ein Möbel…

 

Panoramablick am Südrand des Waldes unterhalb der Tomburg (Andreas Herrmann).

StifterschildAm südlichen Rand des Waldes, dort, wo der Aufstieg zur Tomburg beginnen kann, steht seit kurzem eine Liege. An diesem wunderbaren Platz kann sich der Rücken erholen und der Blick wandert durch ein großes Panorama: von den sieben Bergen durch das Wachtberger Ländchen über die Ipplendorfer Kirche zu Feldern und Obstwiesen bis in die Wälder der Voreifel. Vielen Dank an die Tomburg Ritter.

Tomburg – neu möbliert

Bereits am 6. November 2013 berichtete das »Schaufenster / Blickpunkt« über eine Schenkung der Firma Faßbender-Tenten: »… eine Basaltstein-Sitzgruppe für die Tomburg übergab Christian Faßbender, Geschäftsführer der Faßbender-Tenten GmbH & Co KG, in einer Feierstunde im Himmeroder Hof an Bürgermeister Stefan Raetz.«
Für dieses im besten Sinne bürgerschaftliche Engagement kann man nur ausdrücklich danken.

Nun sind die Arbeiten an der Sitzgruppe abgeschlossen. Sie fand ihren Platz am Osthang unter der Linde. In dem gesamten denkmalgeschützten Ensemble der Tomburg innerhalb des Naturschutzgebietes Tomberg mit Sicherheit die prominenteste Stelle mit einem grandiosen Ausblick über das Wachtberger Ländchen, Siebengebirge und über Rheinbach in die Köln-Bonner-Bucht.

So begrüßenswert diese Einzelmaßnahme auch ist, stellt sich dennoch die Frage, wie sich diese verbesserte Aufenthaltsqualität verträgt mit der bereits jetzt zu beklagenden Belastung des Tombergs durch wildes Grillen, Müll und Vandalismus. Hinzu kommt die Nutzung des Tomberges als eine Art Abenteuerspielplatz für Kinder.

Angesichts dieser auf den ersten Blick unvereinbaren Ansprüche aus Naturschutz, Denkmalschutz und Naherholung ist ein Nutzungskonzept wünschenswert, das zukünftige Einzelmaßnahmen zu einem sinnvollen Ganzen verbindet. Erste Anregungen hierzu sind in Vorbereitung.