Sabotage an der Tomburg

Manche Aktivitäten können noch als ›Dummer-Junge-Streich‹ verbucht werden. Aber die Grenze zur Gefährdung anderer und Sachbeschädigung ist hier sicher überschritten: ein Bericht von Axel Vogel im General-Anzeiger Bonn über die andauernde Sabotage der Sicherungsarbeiten:
– in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Gefährliche Sabotage auf der Baustelle: Unbekannte stellen an Tomburg Nagelfalle für die Arbeiter« und
– in der Druckausgabe v. 05.04.2018 »Unbekannte legen Nagelfalle aus – Auf der Tomburgruine häufen sich die Fälle von Vandalismus und Sabotage.«

Presseecho:
Express Bonn: Marion Steeger: LinkExt »Bonner Polizei ermittelt – Arbeiter tritt in tückische Nagelfalle«,
übernommen von FOCUS online – lokal: LinkExt »Bonner Polizei ermittelt – Arbeiter tritt in tückische Nagelfalle«

Bautagebuch: Alte Mauern frisch gereinigt

Das Mauerwerk ist für die Spritzverfugung vorbereitet. Die Art der verwendeten Steine (mit wenigen Ausnahmen Basalt) ist jetzt besonders gut zu erkennen. (Foto: Andreas Herrmann).

Wenn Sie über die Osterfeiertage die Tomburg besuchen, können Sie blitzblanke Mauerfugen betrachten. Die Fugen sämtlicher Mauern zwischen Bergfried und Stützmauer wurden gründlich gereinigt. Der graue Fugenmörtel wurde komplett entfernt und in diesem Arbeitsgang auch loses Material ausgeräumt. Das technische Verfahren kennen Sie von Hochdruckreinigern in Haushalt und Garten. Allerdings wird hier kein Wasser verspritzt, sondern mit fein gemahlener Hochofenschlacke ›gestrahlt‹. Nur mit den harten, wenige Millimeter großen Schlackekörnchen können auch die Mörtelreste entfernt werden, die an den seitlichen Flanken der Fugen recht lose anhaften. Der neue Fugenmörtel hat damit optimale Bedingungen, sich mit den Bruchsteinen für langen Halt stabil zu verbinden. Die Oberseiten der Mauern wurden bereits mit einer dünnen Mörtelschicht bestrichen, die offene Fugen verschließt. Sie bildet die Grundlage für eine geplante Mauerabdeckung; auf ihrer leicht geneigten Oberfläche läuft der Regen schnell ab.

Auffällig sind auch einige Haufen gebrochener Steine, die für das Verschließen einzelner Fehlstellen im Bestandsmauerwerk und für eine Aufmauerung der Fundamente im Bereich der Wirtschaftsgebäude verwendet werden können.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Tätige Mithilfe – 16.-18. März 2018 + Absage +

Vielen Dank an alle, die sich bereits für unsere Aktion angemeldet haben. Leider hat das Wetter uns nun doch einen Strich durch die Rechnung gemacht: Freitag: Regen, am Samstag sogar Schnee bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und das ganze bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 80-90%.
Kurzum: ich muss die Veranstaltung leider absagen und informiere Sie erneut, wenn eine neue Aktion möglich wird.

Tätige Mithilfe – 16.-18. März 2018: Fundamente freilegen

Die 1968 ergrabenen Fudamente der Wirtschaftsgebäude werden für ihre Aufmauerung vorbereitet.

Wenn die Vorhersage zutrifft, ist das Wetter am kommenden Wochenende bestens geeignet für die geplante Aktion im Rahmen der ›Tätigen Mithilfe‹ des Freundeskreises: anhand der Grabungsdokumentation von 1968 werden die Fundamente der Wirtschaftsgebäude soweit frei gelegt, um sie auf die geplanten 40 cm aufmauern können. Nach der archäologischen  Untersuchung wurden sie damals mit Abraum verschüttet. Wir werden folglich keine neuen Befunde anschneiden und lediglich die Verfüllung von 1968 behutsam entfernen. Teilweise schauen die Mauerzüge bereits aus dem Boden heraus, die meisten Mauerabschnitte liegen aber unter einer Deckschicht, die wir entfernen und an einer Stelle als Abraum sammeln. Der biologische Abraum (Wurzeln etc.) kann am Hang abgelegt werden. Entsprechend der kleinteiligen und schonenden Arbeitsweise wird lediglich übliches Gartengerät benötigt: Hacke (kurzstielig), Schaufel, Spaten, grober Handbesen, Eimer, Knieschutz. Proviant bringe jeder nach eigenem Bedarf mit. Die Details werden vor Ort erklärt. So arbeiten wir uns Mauerabschnitt für Mauerabschnitt voran.

  • Freitag, ab 1o Uhr: Vorbereitende Arbeiten und Beginn;
  • Samstag, d.  17. März 2018: ab 9 Uhr können Sie in einem für Sie passenden Zeitfenster dazu kommen;
  • Sonntag, ab 1o Uhr: Zeitreserve.

Wenn Sie sich an der Aktion beteiligen möchte, bitte ich um eine kurze Nachricht, zu welchen Zeiten Sie dabei sein können: EMail info{at}tomburg-forschung{Punkt}de

Sanierung im Luftbild – ein Überblick zum Stand der Dinge – Unterstützung durch den Freundeskreis Tomburg

Die vergangenen zwei Wochen waren ungewohnt frostig – so frostig, dass Mörtel nicht weiter verarbeitet werden konnte und zuletzt auch die Stemmarbeiten nicht fortgesetzt werden konnten. Die Steingewinnung musste eingestellt werden, weil durch die anhaltende starke Kälte die Feuchtigkeit der Luft in den Druckluftschläuchen kondensierte und diese zufroren. Abgesehen davon war die Witterung für die arbeitenden Menschen zu gefährlich geworden. Morgen nun soll es weiter gehen, denn die Frostperiode ist überstanden und auch die 14-Tage-Wetterprognose verspricht Temperaturen über dem Gefrierpunkt.

Der Beginn des Frühlings und die Neustart der Arbeiten ist es ein guter Zeitpunkt für einen Überblick zu den Arbeiten an der Tomburg. Dies ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die folgenden Luftbilder zeigen die Baustelle in einer Schräg- und nahezu vertikalen Ansicht. Florian Wagner von der LinkExt Full-Service-Werbeagentur ›fingomedia‹ hat beide Fotos zur Verfügung gestellt, die auf einem Testflug einer neuen Drohne entstanden – herzlichen Dank dafür.

Das folgende Luftbild zeigt den Bauabschnitt mit dem ersten der beiden Ziele dieser Massnahme, hier vorrangig die Sicherung vorhandener Bausubstanz aus dem 15. Jh. und der Aufmauerungen aus den 1970er Jahren. Folgende Arbeitsschritte sind nun:
a) das Ausräumen der Mauerfugen (erodierter Zementmörtel mit zu geringer Flankenhaftung),
b) gefolgt von bündigem Füllen der Fugen mit Spritzmörtel,
c) abschließend erhalten die Mauern eine am Rand überstehende Mauerkrone mit Tropfkante als Schutz vor eindringender Feuchtigkeit und Stabilisierung.

Die Spritzbetonmauer verläuft exakt auf der ehemaligen äußeren Umfassungsmauer der Tomburg und sichert nun den oberhalb liegenden Bereich. Ohne sie würde sich der Prozess fortschreitenden Substanzverlustes weiter fortsetzen und auch die gerade gesicherten Bereiche gefährden (Informationen zu Befund und Konstruktion in LinkExt Bautagebuch: 3 Monate Bauzeit unter dem Stichwort ›Sicherung‹). Diese Einzelmaßnahme wurde abgestimmt mit der Oberen Denkmalbehörde (LVR) und der Stadt Rheinbach umgesetzt.

Die Themen der Sanierungsmaßnahme 2017/2018 zeigen sich von rechts oben nach links unten: 1. neben dem Bergfried zwei große Trümmerbrocken, aus denen Steine gewonnen werden, 2. in der Bildmitte die noch mit Folie abgedeckten Mauerzüge und 3. am unteren Rand die im Felsen verankerte Spritzbetonmauer zur Sicherung der darüber liegenden Mauerzüge. Sie verhindert, dass sich die Rutschbewegung fortsetzt. (Luftbild mit freundlicher Genehmigung von Florian Wagner, fingomedia GbR, Gelsdorf)

Zum Zeitpunkt der zweiten Aufnahme stand die Drohne nahezu senkrecht über der Baustelle.

In der rechten Bildhälfte, zwischen Bergfried und dem oberen Bildrand liegt rechts der Trennmauer der Bereich mit dem vorrangigen Ziel der Sichtbarmachung von Grundmauern vorgelagerter Wirtschaftsgebäude. Damit wird zugleich die noch wenig vorhandene Bausubstanz aus dem 15. Jh. gesichert. Als Vorarbeiten ist hier zunächst eine dünne, zumeist nur handbreit dicke Schicht aus Erde mit Wurzeln zu entfernen. Danach können die Grundmauern wie geplant ca. 40 cm hoch gemauert werden.

Es ist geplant, das Entfernen der Deckschicht über den Freundeskreis in Eigenleistung zumindest zu untestützen. Wir würden uns hierzu an einem Wochenende auf der Burg treffen. Sollten Sie Interesse haben, freue ich mich über eine kurze Nachricht. Genauere Informationen zu Termin und Vorgehensweise erhalten Sie separat.

Vom linken Ende (Westseite) der Spritzbetonwand verläuft die Abbruchkante zum Steinbruch in Bögen auf den unteren Bildrand zu. In eine Ausbuchtung oberhalb der Bäume liegt die Treppe auf einer Felsnase auf, die eine Wegeverbindung zu einem tiefer liegenden Teil im Befund dokumentiert. Hieraus ergibt sich auch ihre hohe Bedeutung für die Gesamtanlage und legt nahe, die Aussenwange der Treppe und die noch vorhandenen Stufen zu sichern.

Die links oben gut erkennbare Spritzbetonmauer folgt dem Verlauf der Innenkante der äußeren Umfassungsmauer. Links endet sie an der Abbruchkante; rechts von ihr ist die Innenkante der Umfassungsmauer bis an den Rand der frei gelegten Mauerzüge im Befund nachweisbar. Am rechten Ende der Spritzbetonwand zeigt sich im Befund sogar die Außenkante der Umfassungsmauer und dokumentiert die Breite dieses wuchtigen Bauteiles von 1,8 m. (Luftbild mit freundlicher Genehmigung von Florian Wagner, fingomedia GbR, Gelsdorf)

Das Vorhaben, den Brunnen der Tomburg zu untersuchen, ist außerhalb der Sanierungsmaßnahme 2017/2018 als getrennte Maßnahme zu betrachten; der General-Anzeiger-Bonn berichtete u.a. in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Verteidigungsmauer der Rheinbacher Tomburg wird gesichert«. Ich konnte – wie angekündigt – mit Herrn Müller-Storp vom THW-Bonn die Maßnahme vor Ort auf der Tomburg erörtern. Sie erscheint prinzipiell machbar, erfordert aber im Einzelnen weitere Abstimmung insb. mit der Stadt Rheinbach.

Schon jetzt wird deutlich, dass der ehrenamtliche Anteil wahrscheinlich höher ausfallen muss. Idealerweise findet sich ein Gerüstbauer, der die Brunneneinfassung frei stehend einrüstet, um eine Arbeitsplattform und Aufhängung für die Seilwinden zu bekommen. Wahrscheinlich wird diese Maßnahme an einem Samstag im April stattfinden – eine konkrete Bestätigung steht allerdings noch aus. Sollten Sie eine Möglichkeit sehen, den Freundeskreis bei dieser Maßnahme zu unterstützen bitte ich um eine kurze Nachricht.

Tomburg-Täfelchen

Ein Luftbild der Tomburg, gedruckt auf Milchschokolade (Foto: Andreas Herrmann).

Die Tomburg hat es auf Schokoladentäfelchen geschafft: das Luftbild zeigt den Bergfried nach seiner statischen Sicherung mit Mauerring Anfang der 1970er Jahre.

Die Täfelchen sind einzeln erhältlich im
LinkExt ›Rheinbacher Tee- und Feinkostkontor‹ bei Petra Gurk oder als Geschenkset zusammen den Motiven St. Martin, Wasemer Turm, Hexenturm und einem Blick über die Stadt.

Bautagebuch: Spritzbeton-Stützmauer im Fels verankert

Die im LinkInt ›Bautagebuch‹ v. 29.12.2017 beschriebene  Stützmauer aus Spritzbeton wurde im Januar fertiggestellt. Nachdem zu Beginn eine Schicht aus Spritzbeton mit Stahlarmierung aufgebracht worden war, wurden vier Bodenanker durch die Reste der mittelalterlichen Umfassungmauer und Bauschutt hindurch bis in den gewachsenen Fels hinein getrieben. Nach 60-70 cm Spritzbeton und weiteren ca. 2-3 m Bauschutt und anderen Materialien stieß der Bohrkopf ab etwa drei Metern auf anstehenden Basalt des Tombergs. Nach 2,70 m weiteren Vortrieb wird durch das hohle Bohrgestänge dünnflüssiger Zement eingepreßt, der durch die Löcher im Bohrkopf austritt und sich durch Spalten und Klüfte in der Felsstruktur verteilt und aushärtet (›Injektionsverdübelung‹).
Für den Vortrieb des Bohrgestänges wurde für einige Tage eine Spezialmaschine ausgeliegen – hier in Aktion zu sehen (Video: Andreas Herrmann).

Das herausstehende Ende der Bohrstange wird passend gekürzt, so dass eine tellerförmige Kalottenplatte angeschraubt und in einem Bewehrungskorb mit Spritzbeton eingegossen wird. Eventuell auftretende Kräfte durch das lockere Material hinter der Stützmauer werden auf das gesamte Bauteil der Stützmauer übertragen und durch die Bodenverankerung aufgefangen.
(Technische Details zur hier angewendeten Geotechnik finden Sie bei der LinkExt Friedrich Ischebeck GmbH).

Als Abschluss dieser substanzerhaltenden Einzel-Maßnahme ist es beabsichtigt, die sichtbare Betonfläche mit Bruchsteinen zu verkleiden, um eine denkmalangepaßte Gestaltung zu erreichen. Die Einzelheiten der Bauausführung werden derzeit mit den Denkmalbehörden geplant.

(Fotos: Andreas Herrmann)

»Suche nach dem Geheimnis des Brunnens«

Axel Vogel berichtet im General-Anzeiger Bonn über die laufenden Sicherungsmaßnahmen und den neu gegründeten Freundeskreis:
– in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Verteidigungsmauer der Rheinbacher Tomburg wird gesichert« und
– in der Druckausgabe »Suche nach dem Geheimnis des Brunnens – Die Sicherungsarbeiten auf der Tomburg gehen in die entscheidende Phase. Beton und Stahl im Fels.«
(General-Anzeiger-Bonn v. 25.01.2018)