Bautagebuch: die Mauerkronen bilden den Abschluss

Dies ist der vorerst letzte Eintrag in das Bautagebuch, denn mit der Bauabnahme am 5. Juli wurde die Sanierung 2017/2018 abgeschlossen und die Tomburg-Baustelle geräumt.

Presseecho: Axel Vogel im General-Anzeiger Bonn:
– online: LinkExt  »Denkmalschutz – Arbeiten an der Tomburg in Rheinbach sind beendet.«
– in der Druckausgabe v. 03.07.2018 »Arbeiten an der Tomburg sind beendet. In dieser Woche räumt die Sanierungsfirma die Baustelle in Rheinbach. Stiftung gibt 30 000 Euro zusätzlich.«

Das Bautagebuch hat Sie aus allgemein verständlicher technischer Sicht über durchgeführte Arbeiten und ihre Ergebnisse informiert und sobald weitere Massnahmen starten, werde ich die Berichte auch weiter führen. Wenn Sie die Seiten im Bautagebuch nachlesen möchten, hierzu noch ein Tipp: in der rechten Spalte finden Sie eine Liste mit ›Kategorien‹. Wenn Sie eine Kategorie anklicken, wirkt diese wie ein Filter, und es werden Ihnen nur die dazu gehörenden Beiträge angezeigt, also z.B. alle Einträge im Bautagebuch.

Die Mauerkronen bilden den Abschluss

Schon während der Planungsphase wurde beschlossen, das sanierte Mauerwerk mit einer harten Abdeckung auf der Oberseite zu verschließen. Diese sollte die darunter liegenden Fugen gegenüber Niederschlägen abdichten und verhindern, dass Pflanzen mit ihren Wurzeln in kleine Spalten eindringen. Um die Stabilität zu erhöhen wurden dem Kalk-Trass-Mörtel Kunststofffasern beigefügt.

Erste Probefläche nicht akzeptabel

Die Bauausführung wurde allerdings nach den ersten Probeflächen nochmal geändert. Zunächst wurde die Idee verfolgt, an den Rändern der Oberseite mit Holzbrettern ein Verschalung zu bauen, in die der Mörtel eingebracht wurde. Das Ergebnis zeigen die folgenden Bilder: eine mehrere Zentimeter dicke Mörtelplatte, die entweder an den Rändern übersteht oder deren Mörtelmasse zwischen Schalbrett und Steinen ausgetreten ist. In jedem Fall erscheint die entstehende Platte als zu massiv und ästhetisch wenig ansprechend, so dass mit der Baufirma und dem Freundeskreis in Absprache mit der Denkmalpflege nach einem anderen Weg gesucht wurde. Die einmal erstellten Probeflächen wurden allerdings aus finanziellen Gründen so belassen.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Zweite Probefläche fügt sich harmonisch ein

Die Ergebnisse an einer weiteren Probefläche überzeugten: die Mörtelmasse wurde mit der Kelle in einer Dicke von wenigen Zentimetern aufgetragen. Auch hierbei wurde darauf geachtet, in der Fläche schiefe Ebenen zu formen, damit Niederschläge abfließen können. Die Ränder passen sich dem Verlauf der Steinkanten an, so dass insgesamt ein harmonischer Gesamteindruck entsteht.

(Fotos: Andreas Herrmann

An einigen Stellen löste sich die Abdeckung vom Untergrund. (Foto: Andreas Herrmann)

Noch eine Nachbesserung erforderlich

Leider entwickelten sich vorwiegend in den Randbereichen der Abdeckung hohle Stellen. Diese entstanden durch eine zu geringe Haftung zwischen Kalk-Trass-Mörtel und Basaltsteinen, so dass diese losen Stellen entfernt werden mussten. Danach wurde zunächst eine ›Haftbrücke‹ zwischen Verlegemörtel und Basalt aufgebracht, um eine ›kraftschlüssige‹ Verbindung  zwischen beiden herzustellen (LinkInt TNH-flex von tubag).

 

›Tomburg-Abend‹ – der ›Freundeskreis Tomburg e.V.‹ stellte sich vor

Durchführung der Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung der LinkExt Raiffeisenbank Voreifel eG.

Der ›Freundeskreis-Tomburg e.V.‹ hatte am 21. Juni 2018 zu seinem ersten ›Tomburg-Abend‹ eingeladen. Der Vorsitzende, Andreas Herrmann, stellte den als gemeinnützige anerkannten Verein vor. In einem zweiten Teil wurden die Ergebnisse der Sanierung 2017/2018 dargestellt und erläutert. Abschließend wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die ehrenamtliche Mithilfe bei Erforschung, Pflege und Instandhaltung unterstützen kann. Zukünftige denkmalpflegerische Massnahmen und Folgeprojekte rund um Burg und Berg bildeten den Abschluss. Als Leihgabe des Stadtarchivs wurden einige Artefakte aus dem Burgbrunnen gezeigt, die 1883 bei seiner ersten Räumung geborgen wurden.

Wer nicht dabei sein konnte, kann hier die Stichworte der Präsentation nachlesen:
LinkInt Tomburg-Abend – Foliensatz zum Vortrag
oder auch die ausführliche Textfassung:
LinkInt »Initiative für Burg und Berg: der Freundeskreis Tomburg stellt sich vor«

(Fotos: Tabea Herrmann, Richard Feldmann, Andreas Herrmann)

Einbruchdiebstahl in Werkzeugcontainer

Die Gefährdung von archäologischen Ausgrabungen oder auch Sanierungsmassnahmen an Denkmälern insbesondere im Außenbereich ist nicht neu und eigentlich nicht ungewöhlich. An der Tomburg jedoch zeigt sich in diesem Jahr eine deutliche Steigerung. Nach eher kleineren Sabotageakten im letzten Jahr (Schläuche angeritzt und durchschnitten, kleine Steine im Schornstein des Kompressors), kam es im April zu einer personengefährdenden Sabotage mit einem Nagelbrett ( LinkInt Sabotage an der Tomburg ).

In der vergangenen Nacht jedoch wurde der Materialcontainer der Firma SHB aufgebrochen und Gerät entwendet. Ein Bericht von Axel Vogel im General-Anzeiger Bonn:
– online: LinkExt Einbruch in Werkzeugcontainer – Einbrecher verursachen hohen Sachschaden auf Tomburg-Baustelle und
– in der Druck-Ausgabe v. 14.06.2018 »Einbrecher stehlen Maschinen und Werkzeug – Tomburg-Sanierer in Rheinbach werden erneut Opfer von Diebstahl. Unbekannte gehen professionell vor.«
Die Polizei Bonn ermittelt: Hinweise zur Aufklärung können unter der Telefonnummer 0228/150 gegeben werden.

Und in der Bonner-Rundschau: LinkExt Werkzeug gestohlen – Einbruch auf der Baustelle an der Tomburg

Bautagebuch: ein Rundgang beeindruckt mit erstklassig sanierten Mauern

Ein Rundgang zwischen den sanierten Mauern ist schon beeindruckend – vor allem, wenn man sich an den alten Zustand erinnert. Heute sehen wir eine handwerklich erstklassige Arbeit – die Bilder sprechen für sich. Damit nähert sich die ›Sanierung 2017/2018‹ ihrem Ende. Zum Abschluss werden die Mauern von oben noch eine Abdeckung erhalten.

Wie Sie der Presse bereits entnehmen konnten, wird die Aufmauerung der Fundamente leider nicht mehr in diesem Projekt erfolgen können. Der ›Freundeskreis Tomburg‹ ist jedoch aktuell mit der Stadt Rheinbach und anderen Beteiligten im Gespräch, um die Möglichkeiten einer Fortführung dieser Arbeiten ehrenamtlich und mit Hilfe von Sponsoren zu organisieren. Für dieses Vorhaben sind wir für jede Unterstützung dankbar! Als Sofortmassnahme bemühen wir uns um eine gesicherte Aufbewahrung der vorbereiteten Bruchsteine; sie werden noch für die Aufmauerung benötigt.

(Fotos: Andreas Herrmann)

Bautagebuch: Fugen werden geschlossen

In dieser Woche können Besucher der Burg das Verfugen der Mauern beobachten. Nach einer LinkInt Reinigung neuer und alter Fugen mit Strahlmittel, werden sie nun in einem Verfahren der ›Spritzverfugung‹ geschlossen. Hierzu wird Trass-Kalk-Fugenmörtel mit hohem Druck in die Fugen gespritzt, so dass diese Fugenmasse zwischen den Steinen bis auf den Grund der Zwischenräume vordringen kann. In einem letzten Schritt wird überschüssiges Material von den Steinen ›gestrahlt‹, so dass die Fugen zwischen den Bruchsteinen deutlich sichtbar hervor treten. Die Fugenmasse schließt bündig mit den Steinkanten ab, Niederschläge können ungehindert abfließen.

 

(Fotos und Video: Andreas Herrmann)

Sanierung wird fortgesetzt, aber mit Einschränkungen

Mit der Entscheidung des ›Feuerwehr-, Bau- und Vergabeausschusses‹, auf eine Aufmauerung von Fundamenten der Wirtschaftsgebäude zu verzichten, begegnet die Stadt Rheinbach den gestiegenen Kosten der Sanierungsmassnahme. Der General-Anzeiger Bonn berichtet:
– in der online-Ausgabe LinkExt »Restaurierung der Burgruine – Die Mauern der Tomburg werden nicht freigelegt«
– mit einem Kommentar von Mario Quadt: LinkExt »Schritt ist leider verständlich«
– und in der Druckausgabe v. 11.04.2018 »Tomburg-Sanierung wird teurer – Stadt Rheinbach verzichtet auf Teile des Projektes. Politiker votieren gegen Aufmauerung.«

Für die Tomburg ist viel erreicht worden! Dies darf trotz des nun beschlossenen Verzichts auf einen wichtigen Teil des Sanierungskonzeptes nicht vergessen werden.
Die Stadt Rheinbach musste auf die gestiegenen Kosten reagieren und hat mit dem Beschluss eine Kostenbremse eingezogen, die aus der Sicht des Kämmerers nachvollziehbar zwingend notwendig wurde. Da aber die genauen Kosten offenbar »derzeit nicht zu beziffern« sind und die Frage einer Nachschubförderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz noch nicht abschließend geklärt ist, eröffnen sich vielleicht nach einem ›Kassensturz‹ doch noch Handlungsspielräume .

Erst wenn alle finanziellen und baulichen Rahmenbedingungen geklärt sind, kann die Frage beantwortet werden, wie hoch der Fehlbetrag ist, der für die ›Sichtbarmachung‹  zusätzlich aufgebracht werden müsste. Von seiner Höhe hängt auch ab, inwieweit der noch junge Freundeskreis Tomburg e.V. hierbei unterstützen kann.

Denn eines ist klar: solange die Fachfirma vor Ort und die Baustelle (noch) eingerichtet ist, entfallen die Kostenanteile hierfür. Es wäre bitter für die Tomburg, wenn schlußendlich die mehrere Tausend mit Projektgeldern frei gestemmten Bausteine nicht verbaut werden. Diese müssten dann als wertvolles Baumaterial für zukünftige Folgemassnahmen in jedem Fall zwischen gelagert werden, damit sie nicht verloren gehen.

Abschluss der Sanierung ist gefährdet

Es ist der Tomburg zu wünschen, dass die einmal begonnenen Arbeiten nun auch zu Ende gebracht werden. Herr Axer beschreibt in einem Artikel von Axel Vogel Ursachen und Entwicklung der Kostensteigerung:
– in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Maßnahme an Denkmal – Sicherung der Tomburg in Rheinbach wird deutlich teurer« und
– in der Druckausgabe v. 10.04.2018 »Sicherung der Tomburg wird teurer – Aufmauern oder Sparversion? Ausschuss muss über weitere Arbeiten entscheiden.«

Im Sinne der substanzerhaltenden Denkmalpflege ist nur eine vollständige Umsetzung der geplanten Sanierung sinnvoll vorstellbar. Ein Gang über die Baustelle zeigt das Offensichtliche: an mehreren Stellen wurde begonnen, aber nicht alles ist abgeschlossen; aufwändig gestemmte Steine für die Aufmauerung liegen bereit, könnten aber womöglich nicht verarbeitet werden. Gerade die Themen „Sichern“ und „Sichtbar machen“ sind konzeptionell miteinander verklammert: „Sichtbar machen“ heißt „Sichern“. Ein Beispiel: die Aufmauerung z.B. von Fundamenten der Nebengebäude rund um den Ofen schützt die historische Bausubstanz im Boden, und weil sie für Besucher erkennbar wird, wird sie nicht weiter unbemerkt zertreten.

Gleiches gilt für einen wenige Meter langen Abschnitt der Äußeren Umfassungsmauer, die in ihrer Breite von 1,8 m nur an dieser einen Stelle direkt im Anschluss an die Spritzbetonwand im Befund nachgewiesen wurde. Auch hier gilt: „Sichtbarmachen“ heißt „Sichern“. Eine niedrige Aufmauerung schützt die sichtbaren Kanten vor weiterer Zerstörung und ermöglicht erst eine nachhaltige Pflege auch durch Ehrenamtliche. Der Freundeskreis Tomburg e.V. hat hierzu seine Unterstützung bei der laufenden Massnahme und danach angeboten.

Sabotage an der Tomburg

Manche Aktivitäten können noch als ›Dummer-Junge-Streich‹ verbucht werden. Aber die Grenze zur Gefährdung anderer und Sachbeschädigung ist hier sicher überschritten: ein Bericht von Axel Vogel im General-Anzeiger Bonn über die andauernde Sabotage der Sicherungsarbeiten:
– in der online-Ausgabe mit Bildstrecke  LinkExt »Gefährliche Sabotage auf der Baustelle: Unbekannte stellen an Tomburg Nagelfalle für die Arbeiter« und
– in der Druckausgabe v. 05.04.2018 »Unbekannte legen Nagelfalle aus – Auf der Tomburgruine häufen sich die Fälle von Vandalismus und Sabotage.«

Presseecho:
Express Bonn: Marion Steeger: LinkExt »Bonner Polizei ermittelt – Arbeiter tritt in tückische Nagelfalle«,
übernommen von FOCUS online – lokal: LinkExt »Bonner Polizei ermittelt – Arbeiter tritt in tückische Nagelfalle«

Bautagebuch: Alte Mauern frisch gereinigt

Das Mauerwerk ist für die Spritzverfugung vorbereitet. Die Art der verwendeten Steine (mit wenigen Ausnahmen Basalt) ist jetzt besonders gut zu erkennen. (Foto: Andreas Herrmann).

Wenn Sie über die Osterfeiertage die Tomburg besuchen, können Sie blitzblanke Mauerfugen betrachten. Die Fugen sämtlicher Mauern zwischen Bergfried und Stützmauer wurden gründlich gereinigt. Der graue Fugenmörtel wurde komplett entfernt und in diesem Arbeitsgang auch loses Material ausgeräumt. Das technische Verfahren kennen Sie von Hochdruckreinigern in Haushalt und Garten. Allerdings wird hier kein Wasser verspritzt, sondern mit fein gemahlener Hochofenschlacke ›gestrahlt‹. Nur mit den harten, wenige Millimeter großen Schlackekörnchen können auch die Mörtelreste entfernt werden, die an den seitlichen Flanken der Fugen recht lose anhaften. Der neue Fugenmörtel hat damit optimale Bedingungen, sich mit den Bruchsteinen für langen Halt stabil zu verbinden. Die Oberseiten der Mauern wurden bereits mit einer dünnen Mörtelschicht bestrichen, die offene Fugen verschließt. Sie bildet die Grundlage für eine geplante Mauerabdeckung; auf ihrer leicht geneigten Oberfläche läuft der Regen schnell ab.

Auffällig sind auch einige Haufen gebrochener Steine, die für das Verschließen einzelner Fehlstellen im Bestandsmauerwerk und für eine Aufmauerung der Fundamente im Bereich der Wirtschaftsgebäude verwendet werden können.

(Fotos: Andreas Herrmann)